Mit den Ferien kommt die Langeweile…

Naja. Ob wirklich jemandem in den Ferien langweilig sein wird, wage ich zu bezweifeln. Aber trotzdem, für ein gutes Buch ist immer Zeit. Ob am Morgen beim Kaffee, am Nachmittag als Pausenfüller, am Abend kurz vorm Einschlafen oder auf Reisen, um An- und Abreisen angenehmer zu gestalten.

Hier meine Empfehlungen:

Weißes Rauschen, Don DeLillo

Jack Gladney, Professor für die eigens für ihn geschaffene Fakultät über Hitler-Studien, spricht kein Deutsch (beschämend), ist zum fünften Mal verheiratet (zeitraubend) und hat eine Menge Kinder. In „Weißes Rauschen“ schildert DeLillo ein Jahr im Leben Gladneys mit all den normalen Absurditäten, die das Leben so bereit hält. So kommt es zu einem chemischen Zwischenfall, vor dem Gladney mit Familie in die Inkubation flüchten muss und Babette, Gladneys fünfte und momentane Frau, hat immer mehr mit ihrer akuten Todesangst zu kämpfen.

Diese Zwischenfälle erzählt DeLillo so ruhig und sachlich, dass einen die unzähligen Wendungen um so mehr überraschen.

Und die Eselin sah den Engel, Nick Cave

Nick Caves erster Roman entstand in der Zeit seiner schlimmsten Drogensucht. Und genau so liest er sich auch. Die Geschichte des in einer Müllhütte im amerikanischen Süden aufwachsenden, stummen Euchrid Eucrow dreht sich eigentlich nur um eines: Rache. Rache an seinen Eltern, der dauerbetrunkenen Mutter und dem aus Lust tierquälenden Vater, Rache an der Stadt, in der er aufwuchs und die ihn als Abnorm ansieht, Rache an der Prostituierten, in die er sich verliebt hat.

Cave erzählt packend, obszön und absurd, das Buch reißt eine_n in seinen Bann, selbst wenn man es nicht liest, denkt man daran. Nur was für Menschen mit gesundem Magen, dafür um so lohnender.

Alles ist erleuchtet, Jonathan Safran Foer

Ein junger, von Neurosen geplagter, amerikanischer Jude macht sich auf in die Ukraine, um die Geschichte seiner Familie zu erforschen. Foer schafft es in „Alles ist erleuchtet“ nicht nur, die Geschichte des Holocausts in der Ukraine aufzuarbeiten, er verbindet auch, die Geschichten seines Protagonisten Jonathan (welch Zufall) und dessen ukrainischen Reiseleiters ‚Alex‘, der „ein ausgezeichneter Mensch“ ist, mit der Geschichte Jonathans Vorfahren zu verbinden.

So gut, dass der Roman vier Jahre nach Veröffentlichung mit Elijah Wood (Frodo aus Der Herr der Ringe) und Eugene Hütz (Sänger der Gypsy-Punks Gogol Bordello) verfilmt & abseits der Hollywood-Filmszene ein Erfolg wurde.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s