Themenmonat Wald: Aus dem Ölbohrloch in das Ölbohrloch!

Ein Gastkommentar von Manuel Weichinger:

Wald ist ja etwas Natürliches. Wald gehört zur Natur. Deswegen hat auch Wald nichts mit Kultur und schon gar nichts mit dem Kultref zu tun. Aber es gibt da auch eine genauere Betrachtung. Wald ist Teil der Kultur des Menschen. Denn in Europa gibt es nur noch 3% der gesamten Fläche intakten Wald, bei einer Fläche von 7% der Landfläche – das heißt, dass der Wald in Europa weitestgehend zerstört ist. Urwald bedeutet, dass sie vom Menschen unberührt gelassen wurde. Europa hat also den meisten Wald „zivilisiert“, „kulturalisiert“ und urbar gemacht wurde. Urwälder gibt es in Europa sogar noch weniger, sie sind nahezu „ausgestorben“. Also ist der Wald ein wichtiger Teil unserer Kultur.
Wir bearbeiten ihn so, dass er uns passt. Wir roden ihn, wir setzen wieder Bäume an. Förster_innen und Jäger_innen schaun drauf, dass es unseren Wald gut geht. Wir gehen drinnen spazieren, Essen Pilze und erfreuen uns über die Tiere, die den Wald beleben. Wenn es natürlich keine Monokultur an Fichten ist – sonst ist der Wald eigentlich eher zu nichts zu gebrauchen, außer, dass es unser CO2 frisst. Aber damit sie als echte Kohlenstoffsenken dienen, müsste man die Bäume in die Löcher werfen, aus denen wir(naja, eher sie) unser Öl und unser Erdgas holen – dann würde sich auch endlich das Klima wider stabilisieren.
Natur und Kultur sind ja zwei Seiten einer Medaille. Der Mensch ist Natur, der Mensch schafft aber auch Kultur. Auch der Wald ist Natur, erzeugt aber auch Kultur mit. Blockhäuser mit Möbeln ohne Holz würden ziemlich holz-los aussehen. Wir lesen unsere Zeitung auf Papier – und Bücher entstehen aus Wald. Sogar Papyrus besteht aus einem Strauch.
Blätterwald, Blätterwald, dank deiner Fülle wird mir nicht mehr kalt. So heizten wir auch mit Holz. Heute zwar meistens mit etwas älterem Holz aus dem Algenwald vom Meer – also mit Erdöl. Alle unseren kulturellen Eigenschaften haben wir dem Wald zu verdanken – denn wo wären wir ohne Kohle und ohne Papier? Genau, wir würden noch immer im Wald leben. Deswegen ist der Monat des Waldes ein wichtiger Baustein eines Bewusstseinsbildungsprozesses. Wald – da kommen wir her, von ihm leben wir.

 

 

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