Einführung in die Aufbringung von Geldern für Kultur

Ich hab die große Ehre, hier nicht nur über Projekte, die das kultref unterstützt und organisiert, zu berichten, sondern auch einmal über ein Projekt, das von mir persönlich erdacht, produziert und ausgeführt wurde: Aufbrechen.

Mit diesem Blogeintrag möchte ich alle motivieren, die eine Idee haben, von der sie überzeugt sind, diese zu verwirklichen.

Am Anfang war eine simple Aufgabenstellung. Ich solle für eine Regieaufnahmsprüfung (die ich nicht bestanden habe, Anm.) ein Kunstwerk erfinden, das es noch nicht gibt.

Ich erfand einen Raum, der wie der Publikumsraum eines Theaters aussieht, aber statt der Bühne befindet sich davor ein Spiegel. Mehr als plakativ soll diese Installation aufzeigen, dass wir alle unsere Geschichten zu erzählen haben und sie hinterfragt unsere Sehnsucht, unterhalten zu werden.

Daraus entwickelte sich in dann ein Theaterstück, in dem Personen nicht mehr anders können, als ihre persönlichsten Geschichten zu erzählen. Sei es, weil sie danach gefragt wurden, oder sei es, weil sie unsere anonymisierte Gesellschaft, in der private Gefühlsregungen abgestraft werden, nicht mehr ertragen und eben aufbrechen müssen. Ihr Innerstes nach Außen stülpen und einfach aufbrechen wollen in eine neue Gesellschaftsform.

Um das Miteinander dieses Experiments auszudrücken, wurde aus der ZuschauerInnentribüne ein Sesselkreis, wie wir ihn aus der Schule kennen. Mit diesen Vorgaben ging ich auf die Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten.

Glücklicherweise noch vor den letzten großen Sparmaßnahmen bekam ich eine Förderung durch die Stadt Graz Kultur und das Kulturressort des Landes Steiermark zugesagt. Später kam auch noch eine Unterstützung vom Landesjugendreferat dazu und Hektor Peljak, der bei dem Stück für die Ausstattung, die Kostüme, die Maske, die Flyer – also kurz gesagt für das gesamte Erscheinungsbild – zuständig war, wurde für seinen Part durch den Sonderprojekttopf der ÖH unterstützt.

Es zahlt sich also auf jeden Fall aus, sich die Zeit zu nehmen, um die paar Seiten Antragsformulare auszufüllen. Diese findet man leicht auf den jeweiligen Internetseiten der erwähnten Stellen und diese wiederum braucht man nur googeln oder ecosiern.

So konnte ich ein für diese Projekt ausreichendes Budget zusammenstellen und schließlich casten und proben. Ein Charakter des Stücks war sicher ein improvisatorischer und dadurch benötigten wir nicht die übliche Probenzeit von mind. vier vollen Wochen. Wäre dem nicht so gewesen und hätten wir auch noch ein Bühnenbild gebraucht, wäre das Budget durch öffentliche Gelder allerdings auf keinen Fall ausreichend gewesen, muss man auch wieder sagen.

A propos Probenzeit: Wenn man hier rechtzeitig plant und z.B. im Anderen Theater der Stadt Graz unterkommt, erspart man sich viel Geld.

Interessant für Feedback sind auch Einladungen an diverse Medien.

So konnten wir das Stück Mitte Jänner 2011 im Theater am Lend uraufführen und uns über positive Resonanz des Publikums, im Falter, der Woche und der Kleinen Zeitung freuen.

Jetzt müssen nur noch die Abrechnungen an die FördergeberInnen gesendet werden. Das macht weniger Spaß als die Arbeit davor. Aber muss auch sein.

Bei Fragen einfach an mich wenden, das kultref hilft gerne.

Damit: Schöne Ferien!

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