frame by frame by frame

Eine minimalistische Neuinterpretation von Passepartouts

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© Maria Schnabl

Momentan wird bis zum 6. März die Ausstellung „frame by frame by frame“ von Max Gansberger im Künstlerhaus in Graz gezeigt. Beim moderierten Künstlergespräch am 27.Februar konnten die Besucher dem Künstler aus Kärnten exklusiv ganz persönliche Fragen zu seinem Leben und seiner Arbeit stellen.

Der Kunstschöpfende setzt sich gerne mit Fehlern auseinander und lässt sich bei seinem Schaffen oftmals von diesen leiten. Momentan beschäftigt sich Gansberger mit handwerklicheren Projekten und arbeitet besonders gerne mit Papier, Holz und Siebdruck. Für seine Exposition „frame by frame by frame“ wurden ihm die Papier- oder Kartonumrahmungen für Grafiken, Fotos und Gemälde, sogenannte Passepartouts, vom Kollegen Eugen Lendl zur Verfügung gestellt. Bei der Verarbeitung stellte die Zweckentfremdung eine große  Überwindung für den Künstler dar. Immerhin handelte es sich um historische Artefakte, die er ihrer Form beraubte als er sie verbog.

Nach der Verarbeitung von Lendls Passepartouts, wendete sich Gansberger einer moderneren Konzeptualisierung, die auch in ihrer Dimension größer ausgefallen ist, zu. Dafür wurde eigens  eine Riesenpapierrolle sonderangefertigt, die ebenfalls Bestandteil der Ausstellung ist. Aus der wurden dann weitere Passepartouts herausgeschnitten, die daraufhin in einem Stapel aufeinandergelegt werden und  nach dem ästhetischen Geschmack des Künstlers arrangiert werden. Am Ende macht Gansberger Gebrauch von einer selbstentwickelten Falttechnik um die Komposition zu vollenden.

Dabei sehen die Konstellationen eher nach einem Akt der Willkür aus. Insbesondere die Passepartouts, die aus der gigantischen Papierrolle angefertigt wurden, wirken durch ihre Leichtigkeit so als ob sie  nach Zufallsprinzip zusammengestellt worden wären, dabei steckt viel Planung hinter der Installation der Kunststücke. Es musste vor allem darauf geachtet werden, dass alle Schichten fest genug montiert wurden, trotzdem verändern sie sich kontinuierlich aufgrund der Gravitation und nehmen dadurch im Laufe der Zeit immer wieder eine Gestalt an.

Als kleines Andenken kann eines der insgesamt 300 Fanzines, die im Rahmen der Ausstellung angefertigt wurden, erworben werden. Die Hefte beinhalten Fotos der Kunstwerke, außerdem wurde als besonderes Extra in der Mitte ein Blatt beigelegt, das entweder vom historischen oder modernen Passepartout abstammt. Man kann also sozusagen ein Stück des Kunstwerks um entweder 7€ mit einem beigelegten Stück Papier aus der Serie der 250 Passepartouts erwerben oder um 15€ ein Fanzine mit einem Blatt aus den historischen Unikaten, nach Hause mitnehmen. Bis zum 6. März werden im Künstlerhaus in Graz noch die Werke von Max Gansberger ausgestellt. Einen Besuch sind sie auf jeden Fall wert.

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