Rise Up! And Dance – Folge deinem Herzen

„Des is ka Discofox! Er is a Hip-Hopper und sie is Flashdance für Orme“ – der letzte Satz eines Filmes, der ihn besser nicht beschreiben könnte. Rise Up! And Dance feierte am 11. März 2014 in Wien Premiere und ist ab 20. März in allen österreichischen Kinos zu sehen. Am 14. März hatte man auch in Graz die Möglichkeit, sich den Film bereits vor dem offiziellen Kinostart anzuschauen.

Bild(c) skip.at

Jungbauer Markus (Vinzenz Wagner) lebt auf einem Bergbauernhof in einer kleinen Gemeinde in den Tiroler Bergen.  Als sich eine Studentengruppe bei ihnen einquartiert, die Geld für eine eher fragwürdige Rettungsorganisation sammeln will, verliebt er sich Hals über Kopf in die süße Studentin Romi (Marjan Shaki). Markus einzige Zufluchtsstädte in der tristen Alpenwelt ist das Tanzen. Gemeinsam mit Romi beginnt er für einen Discofox-Tanzwettbewerb zu trainieren, wodurch er auch das eine oder andere Mal mit Felix (Lukas Plöchl) konfrontiert wird, den er für den Tod seines Bruders mitverantwortlich macht.

Als würde sich nicht bereits durch diesen Hauptstrang mit all seinen Hintergründen genug Kompliziertes und Verworrenes abspielen, muss Regisseurin Barbara Gräftner auch noch Korruption, Rebellion, Familienstreit, eine Motorradgang sowie Mord und Totschlag in die heimelige Alpenwelt einbauen – kurz gesagt: Drama, Drama, Drama!

Lukas Plöchl mimt einen harten Draufgänger und Anführer einer Motorradgang, der das mit dem Böseschauen leider etwas zu ernst nimmt, Larissa Marolt beherrscht ihre drei Textzeilen perfekt und stellt auch die „blonde zickige Bitch“ (Zitat Barbara Gräftner, Premiere in Graz) mit relativer Überzeugung dar. Die beiden Hauptdarsteller, Marjan Shaki und Vinzenz Wagner sind offensichtlich Profis ihres Faches, ihr unglaubliches Tanztalent wird für den Film allerdings nur in wenigen Szenen genutzt. Als Freund des Tanzes wird man eher enttäuscht wenn man auf beeindruckende Choreographien und atemberaubende Tanzeinlagen des Paares hofft.

Auch der Soundtrack lässt etwas zu wünschen übrig: Klassischer Discofox zu roher Hip Hop-Musik und das mit Schnittschutzhose und Stahlkappenschuhen mitten im Wald? Das können weder origineller Schnitt noch beeindruckende Bilder und Kameraeinstellungen retten.

Man verlässt den Kinosaal schließlich mit dem Gefühl, eine platte aber vollkommen aufgebauschte Handlung gesehen zu haben, die dezent inszeniert wirkt und mit aller Gewalt aber mehr schlecht als recht modernen Hip Hop mit idyllischem Bergbauerntum zu verbinden versucht, einen Tanzfilm, der eigentlich keiner ist und viele relativ unsinnige Szenen, die tiefgründig wirken und innere Konflikte der Darsteller zeigen sollen, das Publikum aber eher zum Schmunzeln animieren und peinliche Berührtheit auslösen als Anteilnahme.

Um die Qualität dieses Filmes zu veranschaulichen, reicht wahrscheinlich auch die Information, dass die Hauptdarsteller eine halbe Stunde vor Beginn der Premiere in Graz auf der Straße vor dem Kino anzutreffen waren, um Leute anzusprechen, die sich nicht vielleicht doch noch den eher rar besuchten Film anschauen würden.

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