Saisonabschluss von recreation mit „Mahlers Fünfter“

Unter Michael Hofstetter beschloss das recreation – GROSSES ORCHESTER GRAZ den heurigen Konzertzyklus mit Mahler und Mozart.

© photowerk

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Der Abend begann mit der Sinfonie in A KV 201 von Wolfgang Amadeus Mozart und lieferte damit eine nette, musikalische Vorspeise, der allerdings ein bisschen mehr Salz nicht geschadet hätte. Das knapp 25 Minuten dauernde Werk steht unter einer sehr kleinen Besetzung, die vor allem von Streichern dominiert wird. Während diese beim ersten Satz noch einheitlich  auf die dynamischen Anweisungen des Dirigenten achteten, störten zum Ende hin ein paar übereifrige Geiger den Gruppenklang. Trotzdem gelang es Michael Hofstetter bei den Schlüssen, seine Musiker wieder ganz zusammenzuführen, sodass beim Zuhörer ein freudig überraschtes Gefühl zurückblieb.

Schon beim Anblick der großen Besetzung für die zweite Sinfonie des Konzertes konnte man deren „Mächtigkeit“ erahnen. Mit einem exzellent gespielten Trompetensolo wurde der 1. Satz, der auch als Trauermarsch betitelt ist, eröffnet. Diese Bezeichnung als eine Art Tanz wurde vom Dirigenten etwas zu ernst genommen, hatte man doch zwischendurch das Gefühl, dramatischer Zirkusmusik zu lauschen. Auch im zweiten Satz hatte man durch die zu extrem eingesetzte Lautstärke noch nicht die Möglichkeit, in die intensive Musik von Mahler einzutauchen. Ab dem dritten Satz fanden die Musiker aber die richtige Balance und bescherten einen herrlichen Wechsel zwischen lieblichen Melodien und dramatischen Gewittereinsätzen. Das berühmte Adagietto bildete das Herzstück des Abends. Der nur für Streicher und Harfe (exzellent gespielt!) geschriebene Satz klang genau so, wie er sein soll: wunderschön kitschig. Mit einer direkten Überleitung begann das finale Rondo des Werkes. Bei diesem gelang der Einsatz der Lautstärken sehr gut und brachte so einen aufwühlenden, aber doch runden Abschluss des Konzertes.

Das Ergebnis: ein begeisterter Stefaniensaal sowie ein verschwitzter Michael Hofstetter. Aber wer Mahler kennt und liebt, weiß um die positive Anstrengung beim Hören dieser Musik – wie muss da erst das Dirigieren sein!

Nähere Informationen zu recreation:

http://styriarte.com/recreation/

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