Orpheus britannicus

Eine Reise ins Zeitalter des Barocks

Wer ein riesen Orchester mit hunderten Streichern bei der STYRIATE- Im Zauber der Natur- Veranstaltung Orpheus britannicus erwartet, wird leider enttäuscht. Beim Betreten der Listhalle ist lediglich eine kleine Aussparung in der schrägen Bühnen für rund 20 Musiker zu entdecken. Und wer dann nach dem Einzug der Musiker unter vorfreudigem Applaus auf den Dirigenten wartet, wird wohl heut noch in der Helmut-List-Halle sitzen, denn dieses Orchester spielt von ganz alleine und kommt ohne Dirigent aus. Geleitet wird das Orchester Concentus Musicus Wien von Andrea Bischof, die selbst die erste Violine im Orchester spielt. Dieses Orchester ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass ein Klangkörper auch ohne Dirigent musizieren kann, wenn er gemeinsam wie ein Organismus fungiert.

(c) Werner Kmetitsch

(c) Werner Kmetitsch

Der Aufbau der Bühne und die Halle scheinen nicht passend für die Klänge der Barockmusik von Henry Purcell und Georg Friedrich Händel, doch nachdem die ersten Noten gespielt sind, schließe ich die Augen, um den Dialogen der einzelnen Musikinstrumente zu lauschen und vergesse die Umgebung um mich herum. Ich habe das Gefühl, dass die Auswahl der Stücke einen guten Überblick über das Genre der Barockmusik liefert.

Doch nicht nur für die Ohren wird etwas geboten, sondern auch für die Augen gibt es einiges zu sehen. Um das Zeitalter des Barocks wiederzubeleben wurde auch auf Instrumenten gespielt, die aus dieser Zeit stammen. So gibt es sonderbare Oboen zu sehen, die man mit Altblockflöten verwechseln könnte und Trompeten, die den Fanfaren-Trompeten von mittelalterlichen Turnieren gleichen. Interessant zu beobachten ist auch der Paukist, der emsig an den Schrauben dreht, um die Pauken in der richtigen Tonart zu halten.

Es war ein wunderschöner Abend, der eine Begeisterung für Barockmusik in mir geweckt hat. Dieser Musik könnte ich ewig zuhören und mich selbst darin vergessen. . . .

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