STYRIARTE: „Sweeter than Roses“

Der Name ist Programm: ein lieblich-angenehmer Liederabend in einfühlsamer Athmosphäre

Im Rahmen der STYRIARTE stand ein Abend ganz im Zeichen der englischen Renaissancemusik von Komponisten wie John Downland oder Henry Purcell. Gesungen wurde ein Sammelsurium an romantischen und melancholischen Liedern von einem Countertenor – sprich: ein Mann singt in einer hohen, eigentlich weiblichen Stimmlage – mit Begleitung einer Erzlaute und einer Gambe, die auch allein einige instrumentale Stücke präsentierten.

Ein kurzer Auszug aus dem informativen Programmheft zu den hochkarätigen Interpreten:

Der Star des Abends, Countertenor Terry Wey, war in seinen jungen Jahren Solist der Wiener Sängerknaben (was wohl nicht weiter verwunderlich ist). Nach dem Gesangs- und Klavierstudium entdeckte der Spross einer schweizer-amerikanischen Künstlerfamilie schon bald seine besondere Vorliebe für die Renaissancemusik und ist nun einer der gefragtesten Nachwuchs-Countertenöre.

Der Schweizer Luca Pianca ist weltweit einer der großen Koryphäen des Lautenspiels und tritt sowohl als Solist als auch als Ensemblemitglied und Partner von SängerInnen auf. Kleiner Zusatz am Rande: er hat am Mozarteum in Salzburg studiert.

In der zweiten Spielhälfte gesinnt sich Vittorio Ghielmimit einer originalen Viola da Gamba (dt. Gambe oder Schoßgeige) aus 1688 (!) dazu. Er ist u.a. Professor am Mozarteum in Salzburg, ein weltweit gefragter Gambist und (Mit-) Begründer mehrerer Ensembles.

Terry Weys unglaublich agile und leichte Stimme kam unter der instrumentalen Begleitung gut zur Geltung. Die zweite Hälfte des Abends gefiel mir jedoch noch besser, da im Trio klarerweise ein vollerer Klang entstand als im Duo. Außerdem wurde hier das Titellied Sweeter than Roses von Purcell aufgeführt. Das einzige Manko lag in der Technik – die Gambe  übertönte naturgemäß die Laute deutlich, sodass man letztere schlechter hörte. Hier hätte eine bessere Verstärkung Abhilfe schaffen können. Und als Verflossene der Instrumentalmusik hätte ich mich über mehr reine Instrumentallieder gefreut.

Abgesehen davon war das Konzert der perfekte Abschluss eines anstrengenden Tages. Was gibt es Schöners, als sich von zarter Musik und poetischen Liedertexten in die Nacht hinein wiegen zu lassen?

Sweeter than roses, or cool evening breeze
On a warm flowery shore, was the dear kiss,
First trembling made me freeze,
Then shot like fire all o’er.

(Sweeter than roses by Henry Purcell, 1659-1695)

Und last but not least: bei all dem 08/15-Popmusik-Überdruss der heutigen Zeit stellt ein solcher Liederabend eine begrüßenswerte Abwechslung dar und tut auch den Ohren gut 😉

Für weitere Informationen zu den steirischen Festspielen siehe Styriarte

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