STYRIARTE: „O Sweet Woods“

Barockmusik vom Feinsten im edlen Ambiente des Minoritensaals

Und wieder ein Liederabend mit Laute und Sopran im Rahmen der Styriarte ! Doch während letzte Woche (Sweeter than Roses) ein Mann als Sänger auf der Bühne stand und in hoher Stimmlage sang, verzauberte an diesem Abend die gebürtige Argentinierin Mariana Flores mit ihrer einzigartigen Stimme unter Begleitung des amerikanischen Lautenmeisters Hopkinson Smith das Publikum der Styriarte.

Das Programm enthielt im Wesentlichen zwei Teile: zunächst eine Reihe von englischen Lautenliedern und anschließend mehrere Stücke aus der spanischen Barockzeit.

Relativ unüblich war, dass die Sopranistin im Sitzen sang, was sie aber mit sehr eleganten Handgestiken und gefühlvoller Mimik ausglich (woran man auch merkte, dass sie eine ausgebildete Opernsängerin ist). Ihr gesangliches Motto war insbesondere im ersten Teil des Abends „weniger ist mehr“ und so vertraute sie auf zurückhaltende und langgezogene Stimmeinsätze sowie dezente crescendi. Allerdings machten sich hin und wieder ein paar Schwierigkeiten in der Aussprache der englischen Liedertexte bemerkbar.

Im zweiten Teil des Konzerts interpretierte sie die spanischen Stücke mit deutlich mehr Leib und Seele und einem ordentlichen Spritzer südamerikanischen Temperaments. Ihre Stimme kam meines Erachtens hier besser zur Geltung. Auch die Barockgitarre als Begleitinstrument brachte viel mehr Pathos und Leben ins Spiel als zuvor die Laute (beispielsweise beim Instrumentalstück La Tarantela).

Zwischendurch bekam Hopkinson Smith, der heimliche Star des Abends, die volle Aufmerksamkeit der Konzertbesucher, als er ein paar Solostücke zuerst auf der Laute und später auf der Barockgitarre vortrug. Wohl zu Recht gilt er laut Konzertprogramm als „der unumstrittene Lautenmeister unserer Zeit“ – bei derartig beeindruckender Fingerschnelligkeit im pizzicato auch nicht verwunderlich. Er erwies sich außerdem als äußerst charismatische und zudem polyglotte Person – Herr Smith hielt einen kleinen Diskurs in einwandfreiem Deutsch (und danach in akzentfreiem Spanisch) über das Stimmen der Gitarre im Spanien des 17. Jahrhunderts – da war dann auch der kleine Stolperer beim Betreten der Bühne schnell wieder vergessen 😉

Als kleiner Abschieds-Gag wurde in der Zugabe ein Vers zu einem Werbeaufruf für die steirische Hauptstadt umgedichtet : ♫ „Kommt nach Graz!“ ♫

Der Applaus zum Schluss sprach für sich!

Infos und Programm zur Styriate findet ihr unter Styriarte

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s