„Oh Sweet Woods“ – Styriarte

9A MD31 - 1

(c) Cemil Akgül

Mit feinen Stimm- und Saitenklängen zauberten Hopkinson Smith und Mariana Flores einen besonderen Abend mit Werken aus Renaissance und Barock.

Im ersten Teil des Abends präsentierten die Musiker Lieder mit Bezug auf Flora und Fauna von verschiedenen Komponisten aus dem England der Renaissance. Auf einer Laute begleitete Smith die aus Argentinien stammende Sopranistin, die schon mit dem ersten angestimmten Ton den ganzen Minoritensaal erfüllte. Mit großem dynamischem Einsatz und viel Geschick interpretierte sie die Lieder so, dass man das Gefühl hatte, sie würde in einem einzigen Atemzug singen. Einziges Manko war ihre englische Aussprache, die nur das Verstehen einzelner Bruchstücke des Textes möglich machte. Für die wirklich Interessierten waren aber die Übersetzungen der Lieder im Programmheft bereitgestellt.

Der amerikanische Lautenist Hopkinson Smith trug seine junge Kollegin auf verschiedenen Saiteninstrumenten durch den Abend. Als Meister seines Fachs muss er beim Spielen wie beim Sprechen keine Lautstärke einsetzen, um von jedem gehört zu werden. Zuerst auf einer Laute, dann auf einer Barockgitarre (Foto) präsentiert er trotz  – oder auch gerade wegen –  seiner 68 Lebensjahre klar konturierte und doch ganz feine Klänge mit einer fast jugendlichen Leichtigkeit. Da die historischen Instrumente nur schwer den ganzen Saal ausfüllen können, war besondere Aufmerksamkeit vom Publikum gefragt – mit Erfolg! Besonders bei den drei Instrumentalstücken von Gaspar Sanz hatte Smith jeden Zuhörer gebannt bei sich.

Auch Mariana Flores blühte im zweiten Teil noch einmal auf. Mit den spanischen Liedern des Barock, gesungen in ihrer Muttersprache, konnte sie ihr Temperament mit viel Taktgefühl zeigen. Trotz ihrer sitzenden Haltung zeigte sie mit viel Gestik, wovon sie sang, sodass man den Inhalt auch ohne Text miterleben konnte. Vor allem bei den Liedern von José Marín, die vom Aufblühen der Blumen und Liebe erzählen, war sie ganz in ihrem Element. Mit zwei wunderschönen Zugaben von John Dowland zeigten die beiden Musiker ums andere Mal, wie gut es Musik gelingt, die Generationen zu verbinden. Bei Flow My Tears stiegen sicherlich einigen buchstäblich die Tränen in die Augen und mit einer selbstgedichteten Strophe zu Come Again war auch für einen Lacher gesorgt. Der Text (handschriftlich von Smith verfasst!) kann hier nachgelesen werden:

http://styriarte.com/cms/wp-content/uploads/2014/07/hopkinson-smith_grazstrophe.pdf

Weitere Informationen zu Styriarte:

http://styriarte.com

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