Courage: die GERECHTEN

Die Ausstellung „die GERECHTEN“ im Kulturzentrum Minoriten widmet sich, worauf der Untertitel, „Courage ist eine Frage der Entscheidung“, schon hinweist, dem Thema Zivilcourage in Österreich zu Zeiten des Nationalsozialismus.

die GERECHTEN (c) Kulturzentrum Minoriten

die GERECHTEN (c) Kulturzentrum Minoriten

Unter den GERECHTEN versteht man eine internationale Auszeichnung der Gedächtnisstätte Yad Vashem (Jerusalem), die damit Menschen gedenkt, die während des Nationalsozialismus Juden und Jüdinnen geholfen haben. Zu Beginn wird kurz auf das Ausstellungsdesign hingewiesen: der Kontrast von hell und dunkel sowie der zwischen helfenden Menschen und TäterInnen des Regimes soll dadurch, dass beide dargestellt sind, aufgezeigt werden.

Die ersten zwei Räume der Ausstellung führen in den zeithistorischen Kontext ein und beschreiben mithilfe von Fotografien sowie Texten die 1930er/40er Jahre in Österreich. Danach schreitet man durch eine „Allee der TäterInnen“ (ebenso mit Fotografie und Text) zur Darstellung der Einzelschicksale.

Die nachfolgenden Räume widmen sich der multimedialen Darstellung der GERECHTEN. In Erinnerung bleibt vor allem das knapp zehn Minuten dauernde Videointerview mit Dr. Lucia Heilman (geb. Kraus), die die immer schwieriger werdenden Bedingungen schildert, unter denen sie gemeinsam mit ihrer Mutter bis zum Kriegsende von einem Freund der Familie, Reinhold Duschka, vor den NationalsozialistInnen versteckt wurden: zunächst in dessen Werkstatt, dann, nachdem diese von Bomben zerstört wurde, für vier Monate in einem Kellerabteil.

Ein weiterer Gerechter, der hervor sticht, ist Julius Madritsch, der ähnlich wie der international bekannte Oskar Schindler versuchte, in seiner Textilfabrik jüdische ArbeiterInnen zu beschäftigen. Von ihm ist ein Koffer, in dem sich ein Album mit Fotos zu den damaligen Arbeitsbedingungen befand, erhalten.

Der bereits zu Beginn angesprochene Kontrast zwischen hell und dunkel, wird besonders gut in einem abgedunkelten Raum umgesetzt, in dem helle quadratische Würfel leuchten, auf denen jeweils ein/e Gerechte/r abgebildet ist.

Aktuellen Bezug bekommt die Ausstellung durch die abschließende Frage, was Zivilcourage heute bedeutet sowie dem Verweis auf die Möglichkeit eines Zivilcourage-Trainings in Österreich.

Die Ausstellung bietet eine interessante Perspektive auf diese Thematik und macht viele Einzelschicksale innerhalb des Nationalsozialismus sichtbar. Dadurch ergibt sich auch die Textlastigkeit der Ausstellung, wodurch es zeitlich schwierig ist, sich wirklich alle Einzelschicksale durchzulesen. Die zusätzlich gezeigten Videobeiträge waren teilweise fast zu leise bzw. mit einer Dauer von 45 Minuten schlichtweg zu lange, um diese ganz ansehen zu können.

Weitere Infos zur Ausstellung, die noch bis zum 20. Juli zu besichtigen ist, unter: die GERECHTEN

 

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