Knochen -Code: Körper erzählen vom Krieg

„Der Hinweis darauf, dass ein Mensch ein Mensch ist,

liegt im Streben nach Krieg und Gewalt.“

Ludwig Peters

(c) Ludwig Boltzmann Institut für Klinisch-Forensische Bildgebung, Homepage des UM Joanneum

(c) Ludwig Boltzmann Institut für Klinisch-Forensische Bildgebung, Homepage des UM Joanneum

So kann man es natürlich sehen, auch wenn dieses Zitat wohl etwas verschärft ausgefallen ist. Die Ausstellung Knochen-Code dreht sich aber gerade um dieses Gewalttätig-Sein des Menschen. Zwar hat es als Herzstück einen recht interessanten Fall ausgegraben – nämlich den Fund eines 700 Jahre alten Massengrabes im Gelände der Grazer Burg – jedoch ist dieser Fund allein für eine eigenständige Ausstellung doch etwas dürftig. Wahrscheinlich wurde deshalb versucht, die neue Ausstellung rund um den Knochenfund in die Dauerausstellung des Archäologie-Museums zu integrieren. Teilweise gelingt dies; vor allem die Forensikstation ist sowohl informativ als auch unterhaltsam. Teilweise wirkt es leider etwas gezwungen, wenn merklich versucht wird, die vorher schon dagewesenen Exponate durch Argumentation in Verbindung mit dem Krieg zu bringen.

Blickfang: Die Kunstwerke des deutschen Künstlers David Roth, die sich sehr gut ins permanente Inventar des Museums einfügen und viel Interpretationsfreiraum bieten. Vielleicht aber etwas zu viel Freiheit, wenn man explizit nach Knochen und Krieg Ausschau hält; aber gerade die Emotion, die der Knochen-Code vermitteln möchte, wird durch Roths Werke klar herausgefiltert: wir Menschen – und auch unsere Taten – sind vergänglich.

Fazit: Für echte Kennerinnen und Kenner des Archäologie-Museums ist die neue Ausstellung Knochen-Code eher uninteressant. Hie und da eine Station oder ein Schild, die das neue Thema ins alte integrieren.

Für all diejenigen jedoch, die das Vergnügen eines Schloss Eggenberg-Besuchs mit dazugehöriger Museumsrunde noch nie genießen durften, ist diese Ausstellung empfehlenswert: Bilderreiche Erklärungen zu Archäologie und Anthropologie sowie die interessanten Werke Roths machen die Gesamtausstellung zu einem tollen Erlebnis.

Mehr Infos auf der Homepage sowie dem offiziellen Blog des Universalmuseums Joanneum.

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