Ludwig van Beethoven. SOAP

Am Abend des 13. Juli 2014 wurde dem Publikum in der Helmut List Halle das Leben und das Schaffen des großen Ludwig van Beethoven nähergebracht. Abwechselnd wurden hierzu Lieder und Schriftstücke Beethovens vorgetragen. Man hörte von Vogelstimmen und Naturstimmungen, von Gott als dem Schöpfer aller Dinge und vom schweren Schicksal seiner Geschöpfe, die sich dennoch in seinem Ratschluss fügen. Doch weniger die Natur stand im Mittelpunkt des gelungenen Programms – es war Beethoven selbst. Bereits mit 28 kündigte sich beim Musiker ein Gehörleiden an, das schließlich zur Taubheit des Genies führen sollte. Die vorgetragenen Schriftstücke gaben Einblicke in die Schwere dieses Schicksals.

Ludwig van Beethoven (c) Styriarte

Ludwig van Beethoven (c) Styriarte

Die Krankheit stürzte Beethoven in eine schwere persönliche Krise, die ihn zeitweilig sogar an Selbstmord denken ließ. Vor allem sein Verantwortungsgefühl gegenüber seiner musikalischen Begabung lies ihn weiter machen. Als Ausweg, so scheint es, erkor Beethoven die Tugend als Begleiter und Basis für sein irdische Glück aus – denn „sie nur allein kann glücklich machen“, so Beethoven, und stellte sein Leben voll und ganz in den Dienst der Kunst.

Sehr sympathisch führte Thomas Höft durch den Abend und leitete in einen „zuckersanften“ Anfang mit dem Septett in Es, op. 20 ein. Das Septett spielte unter der Leitung von Lorenza Borrani und war noch mehrere Male an diesem Abend zu hören. Zwischendrin war Christoph Bantzer zu hören, der ausdrucksstark aus Beethovens hinterlassenen Schriftstücken las, die den ZuhörerInnen die Bedeutung von Beethovens Erkrankung und Leiden für seine Musik veranschaulichte. So wurde der Abend zu einem intimen aber auch melancholischen Abend.

Ein weiterer, in der Mitte des Programms verankerter Teil, waren die Darbietungen von Markus Schäfer (Tenor), der mit seinem Gesang von Stefan Gottfried am Hammerklavier begleitet wurde. Leider vielen Der Gesang der Nachtigall und das Abendlied unterm gestirntem Himmel viel zu unharmonisch aus. Das lag vielleicht auch daran, dass Schäfer in letzter Sekunde Julia Kleiter als Sopran ersetzen musste. Weiters fehlte es dem Klavierspiel an Kraft und somit auch an Deutlichkeit.

Trotz alledem konnte Gottfried mit dem Andante favori füt Klavier, WoO 57 beeindrucken und rückte dieses in den Mittelpunkt eines hoch befriedigenden Abends. Das Adante favori steht vielleicht stellvertretend für den an diesem Abend geschilderten Beethoven: Durchdrungen mit Freude und Genie, jedoch immer wieder abebbend in Melancholie und Schwere, um dann wieder emporzuschnellen in Freude und kindliche Leichtigkeit. Zum reinhören: https://www.youtube.com/watch?v=iEmaEgWPphc

Weitere Einblicke gibt es unter: http://styriarte.com/events/ludwig-van-beethoven-soap/ und:

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