Ö-Slam 2014

Ein Wochenende voll vielfältiger Poesie!

Am 17. und 18. Oktober fanden die 8. Österreichischen Meisterschaften im Poetry Slam im großen Minoritensaal statt. Es waren 26 Slammer und Slammerinnen nominiert, die in zwei Vorrunden am Freitagabend um die Gunst des Publikums warben. Zehn Auserkorene hatten die Ehre, am Samstag nochmals Ihr Bestes zu geben, um Meister/in des Poetry Slams zu werden.

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(c) Edelmueller & Lozar

Die Jury des Abends, die die Künstler/innen bewertet, bestand zum einen aus zufällig ausgewählten Personen/Gruppen und zum anderen aus dem Publikum selbst, das indirekt seine Stimmung mittels verhaltenen oder tobenden Applauses zum Ausdruck bringen konnte. Eine wichtige Grundregel war und ist jedoch immer: RESPECT THE POET!

Wer sich einen gemütlichen Abend mit schönen Gedichten erwartet hat, der hat sich geirrt. Die abwechselnden Moderatoren Mieze Medusa, Markus Köhle und Diana Köhle heizten die Stimmung im Saal an, und animierten das Publikum zu kollektiven Zwischenrufen. Außergewöhnliche Darbietungen wurden nicht nur mit einer hohen Punktezahl gekürt, sondern auch mit einer Welle aus dem Publikum. Die Stimmung war großartig!
Viele der Poeten selbst baten um Unterstützung aus dem Publikum, wie zum Beispiel einem glorreichen „Vergelt‘s Gott“ bei Christian Schreibmüller.

Die Abende zeichneten sich durch Vielfältigkeit aus. Die Themen und Textgattungen reichten von lustigen Alltagsgeschichten, Satiren, gesellschaftskritischen Themen, ernst oder mit Humor verpackt, bis hin zu berührenden und schockierenden Texten. Somit geschah es, dass ich in der einen Minute lachend auf meinem Stuhl auf und ab hüpfte und in der nächsten mich nicht mehr zu bewegen getraute und dem Atem anhielt, wie etwa bei der Poetin „die Karin“: „Die Hungerten ein Hungermeer, auf dem die Satten treiben.“
Viele Botschaften klingen noch in meinen Ohren nach, wie jene von Adina Wilcke zum Thema „Hässlichkeit“: „Lasst uns alle Manner-Schnitten sein! Keiner trägt dieses hässliche Altrosa mit so viel Würde!“
Bei manchen Vorträgen war es jedoch kaum möglich den Inhalt zu fassen, da die Zuhörer/innen im schnellen Staccato von unglaublich vielen Wörtern bombardiert wurden. Das einzig Verbleibende ist dann ein Staunen darüber, wie viele Wörter in einer Minute auswendig vorgetragen werden können. Die Essenz des Textes ging dabei leider verloren.
Das Finale am Samstagabend startete voller Vorfreude und mit super Stimmung. Bevor der Wettbewerb begann, wurde Klaus Lederwasch als „Opferlamm“ vorgeschickt, um eines seiner Werke zum Besten zu geben. Damit konnte sich die Jury ein besseres Bild machen, um objektiv zu beurteilen.
Von den zehn Finalisten und Finalistinnen durften die besten vier (Adina Wilcke, Yannick Steinkellner, Wolfgang Heyer und Elias „Hirschl“) nochmals ihr Bestes geben. Mit 60 von möglichen 60 Punkten gewann „Hirschl“ durch den Text „Rosa Brille“ den Ö-Slam 2014 und, mit den Worten von Mieze Medusa, kam dies einem kollektiven Begriffsorgasmus gleich. „Hirschl“ blieb bei seinen drei Performances seinem Stil treu. Es waren humorvolle und wortgewandte Gedichte auf gleichbleibend hohem Niveau. Am Ende kam es mir jedoch nicht wie ein Wettbewerb vor, denn es schien so, als sei das Ziel der Poeten nicht zu gewinnen, sondern mit außergewöhnlicher Poesie die Leute zu berühren und zu begeistern.

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(c) Edelmueller & Lozar

Ich gratuliere „Hirschl“ zu seinem Sieg und auch allen anderen zu Ihrer großartigen Leistung.

Hier der Link zur Homepage des Kulturzentrums bei den Minoriten:

http://www.kultum.at/?d=oe-slam-2014

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