Alltagsg’schichten: Von Vampiren und Werwölfen…

Wie wäre der Alltag in einer „realen“ Vampir-WG? Die neue Mockumentary 5 Zimmer, Küche, Sarg geht dieser Frage auf skurrile Weise auf den Grund

Inbesondere in den letzten Jahren scheinen Vampire und andere Fantasiewesen die Massen zu beeindrucken. Doch so bemüht Twilight, Vampire Diaries, True Blood & Co auch sein mögen – den Eindruck des Fiktiven werden sie partout nicht los. Das dachten sich wohl auch die neuseeländischen Regisseure und Schauspieler Jemaine Clement und Taika Waititi der Horrorkömodie 5 Zimmer, Küche, Sarg („What we do in the Shadows„) und verpackten daher ihre Vampirgeschichte in eine Mockumentary, einen fiktiven Dokumentarfilm.

Die neuseeländische Hauptstadt Wellington ist Schauplatz der alltäglichen Herausforderungen der blutsaugenden Protagonisten dieser skurrilen WG: der 300-jährige Dandy Viago (Taika Waititi); der draufgängerische, 190-jährige Jüngling Deacon (Jonathan Brugh) und der temperamentvolle Russe Vladislav (Jemaine Clement). Im Keller der Villa haust auch noch der 8000-jährige Petyr (Ben Fransham), der stark an Nosferatu erinnert.

Das (menschliche!) Kamerateam folgt den Freunden in die Höhen und Tiefen des Gemeinschaftslebens. So werden sie laufend mit praktischen Problemen ihres Daseins konfrontiert: Wer wäscht das blutverschmierte Geschirr und das gleichermaßen verdreckte Bad? Was tun, wenn plötzlich die Polizei vor der Tür steht? Wie kommt man in die Disco rein? Wenn da nicht auch noch interne Konflikte und die Bande der Werwölfe, denen man ständig begegnet, wären…

In eineinhalb Stunden bleiben dem Zuschauer allerlei Klischees nicht erspart. Einerseits stellt 5 Zimmer, Küche, Sarg eine parodienhafte Alternative zum  modernen Vampir- & Co-Hype dar („It’s not cool to be a Vampire. Don’t follow the hype.„). Es scheint ja beinahe so, als ob das Vampir-Dasein durch unüberschaubar viele Filme, Bücher und Fernsehserien zu einem bewundernswerten, „coolen“ Lifestyle aufgewertet wurde. Andererseits blitzt hie und da eine Hommage an die Anfänge des Horrors/Dark Drama – wie Nosferatu und Dracula – hervor. Bei all den makaberen Elementen und Slapstick-Einlagen vollzieht der Film aber auf den zweiten Blick eine gewisse Anthropomorphisierung der nachtaktiven Charaktere, indem ihnen humane Werte wie Freundschaft, Toleranz, Loyalität, Versöhnung und Konfliktbereinigung verliehen werden.

Fazit: Diese Mockumentary soll in erster Linie unterhalten und das tut sie auf jeden Fall – selten wurde im Kinosaal von Beginn an so viel gelacht. Wem es dann doch zu viel ist, kann sich den Schlusssatz Deacons zu Herzen nehmen: „You will forget everything you saw in this movie.

Weitere Informationen auf imdb.com und auf der offiziellen Filmhomepage

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