Hell yeah, Motel.

Motel ist viele Sachen.
Zu aller erst natürlich ein „an Autobahnen o. Ä. gelegenes Hotel“². Davon abgesehen ist es ein Theaterstück, das für wohl viele Personen, die in letzter Zeit nur annähernd den verführerischen Drang ins Theater zu stürmen verspürt haben oder diesen bis Januar noch verspüren werden, ausdrücklich empfehlenswert erscheint. Zumindest bis Community oder bis man endlich Karten für Das Missverständnis erhält, ist ein halb-gejauchztes Motel das, was ich auf jede Was-soll-ich-mir-anschauen-Frage antworten werde.

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Fokus auf das Bühnenbild (c) Lupi Spuma

 

Motel ist also Vieles. Zum Beispiel lässt Motel die Hauptbühne durch ein gezeichnetes, wunderschön subtiles Bühnenbild erglänzen. Motel ärgert dich. Motel verarscht dich. Motel hat mich gezwungen, nur Gutes zu sagen. Wortwörtlich. Der Zettel, auf dem das festgelegt ist, liegt neben mir. Motel hat mich Tränen lachen lassen. Motel hat Musikgeschmack. Motel hat mich – wieder wortwörtlich – die ganze Hauptbühne durchschauen lassen. Motel hat mich verwirrt, nur um alles wieder gut zu machen. Motel ist ein Freund, wenn alle anderen Theaterstücke langweilig, prüde oder traurig sind. Fühlt sich alles spießig und unecht an, Motel kommt und hilft dir raus.

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Echt und unspießig (c) Lupi Spuma

Die verantwortlichen für diese Perle an Theater (alternativ: Dekonstruktion des Theaters) sind András Vinnai & Viktor Bodó, selbst auch schauspielernd beteiligt. Die restlichen Schauspieler*innen sind ein buntes Gemisch an Menschen aus Ungarn und Österreich, denen allen eines aus den Gesichtern abzulesen ist: Enthusiasmus. Alle sind sie ausgezeichnete Schauspieler*Innen, und trotzdem können sie nicht verstecken, dass sie hierbei mit Herz und Seele dabei sind.

Mit Herz, Seele und Schirm dabei. (c) Lupi Spuma

Mit Herz, Seele und Schirm dabei (c) Lupi Spuma

Und inhaltlich? Dieses eine Mal, denke ich, ist es schlichtweg in Ordnung, auf die Beschreibung des Schauspielhauses zu verweisen, die es sonderbarerweise genau auf den Punkt bringt. Oder auch nicht. Ihr werdet sehen.

Was soll diese stichworthafte Drei-Wörter-Satz Rezension? Die soll gar nichts. Hingehen soll man! Hält man diese unterargumentierte Euphorie in diesem Beitrag nicht aus, hilft vielleicht das Video:

Vorstellungen gibt es dieses Jahr noch drei: 17. Nov., 4. Dez., 29. Dez. Für Januar gibt es auch schon Termine und einen Besen zur Nachspeise, den ich genüsslich verzehr‘, wenn Motel nicht verlängert oder sehr bald wiederaufgenommen wird. Auch gut zu wissen: Ich denke, dass das Stück ganz gut von vielen Kategorien aus sehr gut genossen werden kann. Die billigen Plätze bringen möglicherweise sogar die beste Aussicht auf manch eine Situation mit sich. Einmal noch: Hingehen!

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