Damage Control – Zerstörung von A bis Z

Die Ausstellung Damage Control ist in zwei Teile untergliedert.
Art and Destruction Since 1950 im Kunsthaus thematisiert Kunst und Zerstörung seit 1950. Der Teil Body Art and Destruction 1968-1972 im Bruseum dreht sich um Body Art, mit Fokus auf aktionistischer Selbstverletzung.

Als erstes besuchte ich die Ausstellung im Kunsthaus.
Zwei der Exponate sind dem einen/der anderen bestimmt schon bekannt:
Einerseits das Photo-Triptychon von Ai Weiwei, in dem gezeigt wird, wie er eine antike Vase fallen lässt und diese beim Aufprall auf dem Boden in dutzende Scherben zerspringt. Hier wird sehr plakativ das Grundthema der (unwiederbringlichen) Zerstörung aufgegriffen.

Damage Control. Art and Destruction Since 1950, Ausstellungsansicht, Foto: UMJ/N. Lackner

Zum anderen eine Sammlung von Goya-Kunstdrucken, allerdings erweitert durch moderne Künstler. Im Original zeigen die Bilder Szenen menschlicher Grausamkeit – werden sie durch die später ergänzten farbenfrohen Monster erträglicher oder verstörender?

Damage Control. Art and Destruction Since 1950, Ausstellungsansicht, Foto: UMJ/N. Lackner

Damage Control. Art and Destruction Since 1950, Ausstellungsansicht, Foto: UMJ/N. Lackner

Eines meiner persönlichen Lieblingsstücke ist eine Videoinstallation: Ein Kurzfilm zeigt den Schatten einer verbrennenden Flagge – dieser ist einheitlich schwarz, und so keinem Land, keiner Gruppierung, keiner Ideologie zuzuordnen.

Sehr bewegt hat mich auch Larry, we are going down… – der schriftlich festgehaltene Dialog aus der Black Box eines 1982 in Amerika abgestürzten Flugzeugs. Es steht stellvertrentend für viele sogenannte „stille Katastrophen“, die in den Medien keine Beachtung finden, aber einen großen Schaden für die Betroffenen bedeuten.

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Der zweite Teil der Ausstellung, Body Art and Destruction 1968-1972 befindet sich im Bruseum im Joanneumsviertel.
Man kommt also nach dem Erlebnis im Kunsthaus angemessen verstört dort an und weiß nicht so recht, was einen erwartet (Jedenfalls war ich bisher kein Conaisseur der „Body Art“).

Laut der Beschreibung handelt es sich um Body Art in ihrer Anfangszeit unter dem speziellen Blickwinkel der aktionistischen Selbstverletzung.

Damage Control. Body Art and Destruction 1968-1972, Ausstellungsansicht, Foto: UMJ / N. Lackner

Damage Control. Body Art and Destruction 1968-1972, Ausstellungsansicht, Foto: UMJ / N. Lackner

Mir sind dabei mehrere Konzepte in Erinnerung geblieben:

  • „Ich war nicht im Vietnamkrieg, also lass´ ich mir unter kontrollierten Bedingungen, zu Hause, im Beisein von ausgebildeten Sanitätern, in den Arm schießen“
  • „Ich schneid´ mir die Beine mit Glasscherben auf, pinkel´ mir auf die Oberschenkel und benutz´ Kuchenformen als Schuhe“
  • „Ich zieh´ mir weißes Gwand an, steck´ mir Rosendornen in den Unterarm und erzähl´ dann irgendwas über Feminismus“
Günter Brus, Zerreißprobe, 1970 Foto: Klaus Eschen Fotografie, 60 x 50 cm BRUSEUM/Neue Galerie Graz, UMJ

Günter Brus, Zerreißprobe, 1970 Foto: Klaus Eschen Fotografie, 60 x 50 cm BRUSEUM/Neue Galerie Graz, UMJ

…Kann man meiner Meinung nach alles mal machen, muss man aber auch nicht.

Wahrscheinlich hab ich nichts verstanden, aber wenigstens hab ich’s versucht.
Als Abschluss möchte ich jedem BEIDE Teile der Ausstellung an Herz legen – allerdings hätte ich im Nachhinein lieber mit Body Art and Destruction 1968-1972 im Bruseum beginnen sollen.
Art and Destruction Since 1950 im Kunsthaus war für mich definitv die intensivere Erfahrung!

Beide Ausstellungen laufen bis inkl. 15.02.2015. Weitere Infos unter:
http://www.museum-joanneum.at/kunsthaus-graz/ausstellungen/ausstellungen/events/event/14.11.2014-15.02.2015/damage-control-8
und:
http://www.museum-joanneum.at/neue-galerie-graz/ausstellungen/ausstellungen/events/event/14.11.2014-15.02.2015/damage-control
sowie auf dem Museumsblog: http://www.museumsblog.at/2014/11/20/zerstoerung-schoenheit-chaos-befreiung/

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