Ein Abend mit dreifachem Nestroy

Nestroy-Stücke im Schauspielhaus sind meistens ein Erfolgsgarant – selbst wenn man sich drei Stücke an einem einzigen Abend vornimmt. Mit Lumpazigeist Höllenangst Umsonst vereinen Helmut Köpping und Ed. Hauswirth (Regie) gleich drei großartige Nestroy-Klassiker zu einer einzigen Darbietung – wie das möglich ist? Man nehme eine illustre männliche Polterrunde, eine gewiefte Kellnerin (Beatrix Brunschko) mit Herren – äh… – Fernbedienung und zwei bezaubernde Feen (Martina Zinner und Juliette Eröd), die eine Wette abschließen, die ganze Szenerie kommentieren und es natürlich nicht lassen können, sich auch selbst einzumischen.

In dieser Koproduktion mit dem Theater im Bahnhof treffen Figuren aus unterschiedlichen Nestroy-Stücken aufeinander: Die Handwerker Leim (Matthias Ohner), Zwirn (Lorenz Kabas) und Knieriem (Rupert M. Lehofer) aus Der böse Geist Lumpazivagabundus, Thurming (Christoph Rothenbuchner), Pfrim (Stefan Suske) und Wendelin (Thomas Frank) aus Höllenangst sowie die Schauspieler Arthur (Franz Solar) und Pitzl (Gerhard Balluch) aus Umsonst.

Kollektiv Kalksburg (c) Lupi Spuma

Kollektiv Kalksburg (c) Lupi Spuma

Zur Handlung: Der angehende Bräutigam Thurming verlangt von seiner illustren Polterrunde, dass jeder eine Geschichte erzählt, die dunkle und teilweise peinliche Geheimnisse preisgibt – man ist ja unter sich und der Alkohol löst recht schnell die Zungen der sich erst noch ziemenden Männerpartie. Debattiert wird v.a. über Männerfreundschaften, deren Treue zueinander und Verschwiegenheit, wenn es um düstere Geheimnisse der Vergangenheit geht. Die Wette der beiden Feen geht relativ eindeutig aus – schmerzlich muss eine der beiden ihre Niederlage eingestehen.

Nicht nur der klassische Nestroy´sche Sprachwitz kommt an diesem Abend nicht zu kurz, auch das Wiener Lied wird durch das Kollegium Kalksburg (Heinz Ditsch, Paul Skrepek, Wolfgang Vincenz Wizlsperger) in großartiger Art und Weise präsentiert und dient v.a. in der Pause als willkommene Unterhaltung – man fühlt sich tatsächlich zurückversetzt in das Wiener Beisl einer vergangenen Zeit.

(c) Lupi Spuma

(c) Lupi Spuma

Lumpazigeist Höllenangst Umsonst ist nicht nur für Nestroy-Kenner und Liebhaber des Wiener Liedes sehenswert, sondern auch für alle, die sich gerne auf einen amüsanten Theaterabend einlassen wollen!

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