Verpackungsmaterial mal anders sehen: IMAGE PACKAGE

Auf den Fotografien der Künstlerin Christina Tsilidis, die noch bis zum 22. Jänner im Untergeschoss des KM – Künstlerhaus, Halle für Kunst & Medien zu sehen sind, wird Verpackungsmaterial aus seinem ursprünglichen Kontext genommen und neu inszeniert. Im Künstler*innengespräch am 08. Jänner gab Tsilidis selbst Auskunft über ihre Fotografien, andere Projekte, und über das, was die Fotografie als Kunst für sie bedeutet.

In unserem Alltag ist Verpackungsmaterial omnipräsent – es gibt kaum etwas zu kaufen, das sich nicht hinter unzähligen Schichten Plastik, Styropor, Karton oder dergleichen verbirgt. Diese sind für uns jedoch nicht explizit sichtbar, wichtig ist nur, was sich in einer Verpackung befindet, nicht die Verpackung selbst – diese wird, sobald ein Produkt gekauft wird, achtlos weggeworfen. Anders auf den Fotografien von Christina Tsilidis, die man auch als Kritik an unserem Konsumverhalten verstehen kann: Hier wird Verpackungsmaterial, das die Künstlerin zuvor ausgewählt und gesammelt hat, aus seinem Verwendungskontext genommen, und neu inszeniert, wie etwa auf folgender Fotografie:

km_tsilidis

(c) Tsilidis, Website Künstlerhaus

Dadurch ergibt sich eine völlig andere Perspektive, die Ursprungsbedeutung des Materials wird durch die Inszenierung ausgehebelt, und neue Interpretationsmöglichkeiten werden möglich. Diese verdoppeln sich bei der oben abgebildeten Fotografie nochmals, da diese auf Papier gedruckt und gerollt auf der gegenüberliegenden Seite des Raumes erneut zu sehen ist:

foto_tsilidis

(c) Liawriting

Im Künstler*innengespräch gab es neben der Reflexion der aktuellen Ausstellung auch Einblicke in frühere fotografische sowie filmische Arbeiten der Künstlerin, die sich unter anderem mit der Frage, warum Menschen Illusionen brauchen (‚star machinery‘), beschäftigten. Eine sehenswerte Ausstellung, die zum Nachdenken anregt, und bei der jede Fotografie etwas Neues aufwirft. Passend dazu, als Schlusssatz Tsilidis Beschreibung, was Fotografie für sie ausmacht:

Fotografie lebt von der Einzigartigkeit des Moments.

Weitere Infos zur Ausstellung finden sich hier.

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