Xerxes!

Im Jahre 1738 schrieb Georg Friedrich Händel seine Oper Xerxes. Dabei handelt es sich um eine vielschichtige und kaum zu überblickende Intrigengeschichte, deren Mittelpunkt trotz allem die Liebe ist.

(c) Karl Forster

(c) Karl Forster

Der Perserkönig Xerxes verliebt sich in die Tochter seines Heeresführers Romilda. Diese liebt allerdings Xerxes Bruder Arsamenes. Romildas Schwester Atalanta wirbt jedoch auch um die Gunst des jungen Arsamenes. Endlos erscheinende Verwicklungen, die sich dann aber zu einem guten Ende auflösen, zeigen unter anderem die Vorgeschichte der großen Liebe zwischen Xerxes und seiner Angetrauten Amastis. Alle weiteren Nebenhandlungen sind jedoch erfunden.

Wartet man auf einen historisch korrekten Plot, so wartet man vergebens. Von der realen Vorstellung des Perserkönigs Xerxes muss man sich schnellsten distanzieren. Anderenfalls gibt es keine Chance das Stück in vollen Zügen genießen zu können. Bereits von Anfang an muss man das komplexe Intrigenspiel gespannt verfolgen, um nicht nach den ersten 10 Minuten den Faden zu verlieren. Der ständige Schauplatzwechsel erleichtert dies nicht gerade. Auch der Wechsel zwischen deutscher und italienischer Sprache fordert den Zuseher vor allem im ersten Akt. Durch teilweise lustige und absurde Passagen und Szenen wird das Publikum wieder aus der starren Aufmerksamkeit gerissen sowie die gesamte Stimmung gelockert. Kaum gewöhnt man sich an eine Art der Vorführung, wird durch unerwartete Provokation wieder Schwung in die Geschichte gebracht. Auch das Orchester wird immer wieder in die Haupthandlung miteingebracht.

Alles in allem wurde das Stück gegen Ende hin doch etwas langwierig. Romantische Momente und die große Liebe der DarstellerInnen ging durchaus aufgrund der parodistischen Teile unter. Mich persönlich haben sowohl das ständig wechselnde Bühnenbild als auch die eindrucksvollen Kostüme am meisten begeistert. Sehr detailverliebt und verspielt passte jedes Bühnenbild zur entsprechenden Szene.

Wer sich auf einen musikalisch wertvollen, aber schrägen Opernabend mit zügelloser Leichtigkeit freut, der kommt bei Xerxes voll auf seine Kosten. Wer jedoch nach einem historisch korrekten Stück sucht, oder sich schlicht ein wenig berieseln lassen möchte, der sollte sich etwas anderes aussuchen.

 Weitere Informationen unter:

http://www.oper-graz.com/stueck.php?id=20892

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