Graz im Blick: Shifting Constellations

Neue Blicke auf Graz vermittelt die Ausstellung Shifting Constellations. 13 Künstlerinnen aus verschiedenen Ländern, deren Lebensmittelpunkt zurzeit Graz ist, setzen sich in ihren Werken mit ihrer Ansiedlung (settlement) in der Stadt auseinander.

Als Idee hinter der Gruppenausstellung stehen Fragen nach den Wechselverhältnissen zwischen den zugezogenen Künstlerinnen und der Stadt Graz:

Was haben wir dieser Stadt mit unserem Zuzug gegeben?
Was haben wir von ihr bekommen?[1]

Die Formen, die die Künstlerinnen wählten, um auf diese Frage zu antworten, sind unterschiedlich, und reichen von Malerei, Fotografie bis hin zu Klang- und Videoinstallationen. So verschieden wie die gewählten Formen sind auch die inhaltlichen Bearbeitungen des Themas, etwa die Installation von Clara Oppel BE ONE, ein aus Lautsprechern zusammengesetzter Schriftzug:

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(c) Clara Oppel

Kate Howlet-Jones, eine in London aufgewachsene Journalistin und Autorin, setzt sich mit Alltagsphrasen, die man in Graz auf der Straße, in Kaffeehäusern zu hören oder auf Werbereklamen zu sehen bekommt, auseinander, und verarbeitet diese in einem Lautgedicht: „Betreten verboten/ Ich hör dich nicht/ Wir werden sehen“ bekommt man da unter anderem auf Deutsch und Englisch zu hören.

Ein spannender Beitrag ist das im Rahmen der Ausstellung stattfindende Kunstprojekt von Sara Gonzáles Novi und Veza María Fernández, die sich mit der Frage beschäftigen, wann und wo man sich zuhause fühlt. Eine Antwort, der wohl alle zustimmen können: bei guten Gesprächen und unter Freund*innen. Meet me and I will feel at home! war demgemäß auch die Aufforderung der beiden: An verschiedenen Terminen war es möglich, sie in Graz zu treffen, zu plaudern und Freundschaftsverträge, wie auf der Abbildung unten zu sehen, zu unterschreiben. Eine Dokumentation des Projektes findet sich auf dem gleichnamigen Blog, auf dem auch Bilder von der Ausstellung zu finden sind.

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(c) Sara González Novi, Veza María Fernández

Eine Collage aus Tickets, Notizbüchern und anderen Materialen, in deren Mitte eine selbstgezeichnete und beschriftete Landkarte steht, ist der Beitrag tracing (Verfolgung) – den Körper in der Umgebung verorten von Daniela Brasil, die in Rio de Janeiro geboren wurde, und derzeit eine Professur am Institut für Zeitgenössische Kunst, TU Graz, innehat. Durch die Rauminstallation soll eine Struktur von Ort und Zeit erkennbar, und materialisiert werden, wie sich Ort und Zeit in den menschlichen Körper einschreiben.

Wer Lust hat, in Graz etwas über Graz und verschiedene Perspektiven auf die Stadt zu erfahren, und nebenbei noch über Fragen wie Vertrautheit und Fremdheit reflektieren möchte: Die Ausstellung ist noch bis zum 21. Februar im Kulturzentrum bei den Minoriten zu sehen. Weitere Informationen finden sich hier.

[1] Zitat aus der Programmzeitung Jänner/Februar der Minoriten: Editorial, S. 01.

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