Symbolismus in Brügge

Die Oper Graz feierte am 18.01. die Premiere von Die Tote Stadt, einer Oper in drei Bildern, nach Georges Rodenbachs Roman Bruges-la-Morte, einem Libretto von Paul Schott und Musik von Erich Wolfgang Korngold.

(c) Werner Kmetitsch

(c) Werner Kmetitsch

Paul trauert um seine verstorbene Frau Marie. Sie erscheint ihm in einer Vision und verspricht, bald zu ihm zurückzukehren. Aber auch der Tänzerin Marietta ist Paul nicht abgeneigt, da sie Marie sehr ähnlich sieht. Nachdem sie sich in einer Theatergruppe wieder sehen, verlangt sie die alleinige Liebe von Paul. In einer Affekthandlung erwürgt er Marietta mit ihren eigenen Haaren. Am Ende ist aber alles nur ein Traum und Paul verlässt die Stadt Brügge für immer.

Das Adjektiv tot im Titel ist von ambiger Bedeutung. Einerseits kann von der sterbenden Stadt Brügge gesprochen werden, die einmal sehr belebt war, andererseits wird die unglückliche Liebe zwischen Marie und Paul thematisiert.

Die Oper ist eindeutig dem Symbolismus zuzuordnen. Kennzeichen dieser Stilrichtung ist, dass sie im Gegensatz zum Naturalismus durch idealistische Züge geprägt ist. In der Vorstellung zeigt er sich besonders durch die traumhaften und leichten Darstellungen, außerdem sind die Motive Tod und Religion eindeutig symbolischer Natur. Besonders der Gegensatz von Leben und Tod wird besonders betont, wie etwa durch ein Kind, das plötzlich auf der Bühne erscheint oder einem Sarg. Sogar ein Vampir taucht auf, um den Menschen ihr Blut zu rauben.

Auffallend sind die Kontraste, die durch die musikalische Untermalung und Lichteffekte entstehen. Es kommt zu einem Wechsel von schwerem Moll und leichter Dur, genauso wie sich das Licht zwischen einer strahlend weißen und sehr dunkeln Farbgebung bewegt. Auch die Harfenbegleitung fügt sich perfekt in die Inszenierung ein.

Erich Wolfang Korngold war ein Komponist aus Brünn und wurde durch die Oper Die tote Stadt berühmt. Er galt als Wunderkind und sah sich selbst als einen Vertreter der Moderne.

Durch den stark symbolischen Charakter ist der Handlung nicht immer leicht zu folgen, worüber man aber durch das beeindruckende Bühnenbild und die Inszenierung, die durch die starken Kontraste brilliert, hinwegsehen kann.

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