Otello: Ein ergreifendes Erlebnis

Die Aida aus dem Jahr 1871 war ein glänzender Erfolg. Es gab zu diesem Zeitpunkt keinen einzigen Komponisten, der je ein höheres Auftragshonorar für ein Opernwerk erhalten hat. Und doch wird Verdi – mit Ausnahme seines berühmten Requiems – erst 13 Jahre nach diesem großen Ereignis wieder zur Kompositionsfeder greifen: Ein neues Werk soll entstehen. Ein neuer Stil. Ein neuer Verdi. Es ist die Geburtsstunde des Otello.
Nun gilt die Vorlage dieser Oper als eine der berühmtesten Tragödien der Weltliteratur. Das große Thema: Eifersucht. Kein Wunder also, dass Verdi die Größe des Stoffes erkannt und daraus eine seiner berührendsten Werke gezaubert hat. Von zarter Romanze bis tiefsten Trübsinn, alles findet sich in der Oper wieder. Und Dirk Kaftan beweist großes Talent, diese Emotionen in ihrer gesamten Fülle zum Erklingen zu bringen. Besonders intensiv bleibt das drohende Sologeflüster der Oboe zu Beginn des vierten Aktes im Ohr: Otello naht…
Hervorzuheben ist auch das ausgezeichnete Ensemble an Sängerinnen und Sängern. Sowohl stimmlich, als auch schauspielerisch wussten vor allem Gal James als Geliebte Desdemona und Ivan Inverardis als Intrigant Jago zu überzeugen.
Mit Sicherheit erlebt man bei dieser Wiederaufführung eine der glanzvollsten Inszenierungen der diesjährigen Opernsaison. Eine große Empfehlung!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s