Diagonale 2015: Olya’s Love

Die Dokumentation über eine junge Frau in Russland, die für ihre freie Liebe zu einer anderen Frau kämpft, zeigt, dass das echte Leben oft kein Happy End schreibt.

Olya ; (c) Soleil Film

Olya (c) Soleil Film

Eine kleine chaotische Studentenwohnung, zwei junge Frauen, die ungehemmt in die wacklige Kamera lachen und sich küssen. Nichts ist an diesem Bild unnatürlich oder provozierend und doch müssen Olya und Galiya oft hart für ihr Glück kämpfen.
Seit dem 30. Juni 2013 sind in Russland jegliche positiven Äußerungen über Homosexualität in Anwesenheit von Minderjährigen oder über Medien wie das Internet unter Strafe gestellt. Auch gleichgeschlechtliche Partnerschaften werden nicht anerkannt. Was das losgelöst vom Papier bedeutet, erklärt Olya im Film: sie hat kein Recht, ihre Frau bei schwerer Krankheit besuchen zu dürfen, sie darf vor Gericht nicht für sie aussagen und würde bei einem Todesfall nicht einmal informiert werden.

Gleichgeschlechtliche Liebe ist für den Großteil der russischen Bevölkerung ein Tabu-Thema. Anders sein ist ein Synonym für nicht gut sein, beschreibt Olya etwa die Einstellung ihrer Mutter zum Leben ihrer Tochter. „Sie ist kein schlechter Mensch, aber sie mag nun mal meine Kleidung nicht, meine Harre, es hat sie sogar gestört, dass mein erster Freund Linkshänder war.“ Denn all das ist eben nicht „normal“ im Sinne einer konservativen Bevölkerung. Die homosexuelle Kommune kämpft für das freie Ausleben ihrer Liebe meist stumm und gewaltlos. Sie wollen den Leuten die Augen öffnen. Doch dieser Protest wird oft zum Kampf mit radikalen Gruppen. Das illegale Eindringen bei Veranstaltungen, Zerstörung und öffentliche Gewalt sind dort keine Ausnahmefälle. Die Extremen argumentieren mit Gott und seiner Allwissenheit und erkennen dabei nicht die Widersprüchlichkeit ihrer Argumentation. Und die russische Polizei sieht zu, kümmert sich nicht um die Umstände und unterscheidet oft genug nicht zwischen Angreifern und Angegriffenen.

Galiya und Olya ; (c) Soleil Film

Galiya und Olya (c) Soleil Film

Ein bestürzendes Bild von einem großen, mächtigen Land wird gezeichnet, das seine Macht oft falsch einsetzt. Eingebettet in das Geschehen ist die Liebesgeschichte zweier besonderer und doch ganz „normaler“ Frauen. Auch wenn die Liebe der beiden nicht bis zum Ende des Films bestehen bleibt, der Wunsch nach einer Besserung ihrer Lebensumstände ist unverändert. Und dafür werden sie weiter kämpfen, da bin ich sicher.

Weitere Informationen zum Film auf der Homepage der Diagonale unter:
http://www.diagonale.at/filme-a-z/?ftopic=finfo&topic=finfo&fid=6475

Trailer zum Film:

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s