Ein Abend mit Biss

Im Rahmen der Reihe Gerhard Balluch liest „Fantastisches“ widmete sich der 27.03. ganz der Vampirlady Carmilla.

Denkt man an Vampirliteratur, wird einem wohl zuallererst Bram Stokers Drakula in den Sinn kommen. Drakula hatte jedoch ein weibliches Vorbild, das eine zentrale Rolle in der im letzten Jahr stattgefundenen Ausstellung Carmilla, der Vampir und wir des GrazMuseums einnahm. Es handelt sich dabei um die 1872 erschienene Novelle Carmilla des irischen Schriftstellers Sheridan Le Fanu.

Le Fanu lässt die Handlung auf einem steirischen Schloss spielen. Wo dieses Schloss liegen könnte, ist bis heute ungeklärt. Die Geschichte wird aus der Perspektive Lauras erzählt, die mit ihrem Vater auf dem Anwesen lebt. Eines Tages wird ihr einsamer Alltag gründlich auf den Kopf gestellt als sie ein junges Mädchen namens Carmilla aufnehmen, das bei einem Kutschenunfall in der Nähe des Schlosses verletzt wurde. Obwohl Carmilla mit charakterlichen Eigenheiten auffällt – sie schläft am liebsten tagsüber und ist christlichen Ritualen abgeneigt – freunden die Mädchen sich schnell an, und vor allem Carmilla fühlt sich zu Laura geradezu körperlich hingezogen. Obwohl Laura das Beisammensein genießt, scheint ihr Carmillas Anwesenheit nicht nur gut zu tun. So wird sie von Alpträumen geplagt, in denen sie von einer katzenähnlichen Gestalt gebissen wird. Zur Ablenkung machen Laura und ihr Vater einen Ausflug in ein benachbartes Dorf, wo sie auf General Spielsdorf treffen, dessen Nichte einer gewissen Millarca zum Opfer gefallen sei. Er ist der festen Überzeugung, dass es sich sowohl bei Millarca als auch bei Carmilla um Mircalla Karnstein handelt, die als Vampir ihr Unwesen treibt. So machen sie sich auf die Suche nach dem Grab Mircallas. Dort angekommen taucht auch Carmilla auf, die den General angreifen möchte. Dieser kann sie jedoch erfolgreich vertreiben. Letzten Endes kann Mircallas Grab geöffnet und ihr Körper vernichtet werden.

Der kleine Raum der Ebene 3 des Schauspielhauses scheint wie prädestiniert für eine Lesung dieser Art – außer ein paar wenigen Lampen, die einzelne Lichtakzente setzen, ist der Raum vollkommen abgedunkelt und in reines Schwarz getaucht.

Gerhard Balluch las überzeugend, seine angenehme Stimme und die mit zweieinhalbstunden viel zu lange Dauer ließ aber das ein oder andere Augenpaar verständlicherweise zufallen.

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