Hakoah Wien im Dickicht

Hakoah Wien ist der historisch berühmte Fußballverein, um den sich dieses Stück mehr oder weniger dreht.

„Mehr oder weniger.“ Denn diese von Yael Ronen produzierten 120 Minuten ziehen an vielen Strängen: Emigration, Familie, Fußball, Männlichkeit und Nationalgefühl. Es geht um zwei Generationen: Die eine träumte davon, in Israel zu leben und Österreich für immer verlassen zu können, die nächste dreht den Spieß beim Träumen um. Die Geschichte und all diese Stränge und Fäden werden rund um Hakoah Wien mit Satire und Parodie verwoben.

(c) Lupi Spuma

(c) Lupi Spuma

Die Größe der Themengebiete und deren offensichtlicher Facettenreichtum in Sachen dazugehörigen Einstellungen, macht es etwas schwierig diese Themen einfach nur zu verweben. Vielmehr wird alles verstrickt, verknotet, mit Satire und Parodie aufgeraut. Und was am Ende dabei rauskommt ist vielleicht ein unterhaltsamer Abend mit noch nicht zu abgekauten Spannungen und Problemen aus dem Leben der Fußballfangemeinde, verkompliziert von der Situierung in die Anfänge des Zweiten Weltkrieges und einer Prise Israel-Palästina Konflikt. Einerseits. Andererseits läuft dieses satirisches Verstricken von einer Vielzahl vielfältiger Themen Gefahr, keine differenzierte Aussage zu treffen. Und ein lustiger Abend ist dann zwar lustiger Abend, bei einigen Witzen (gerade auch bei denen, bei denen mensch selbst nicht lacht) bleibt aber der laue Beigeschmack von einer Schwammigkeit, die nicht zu deuten ist, aber essentiell wäre, deuten zu können. Beinahe alles, das nur die kleinsten Elemente von Satire verwendet, läuft dieser Gefahr. Hier aber scheint das lustig laute Auf und Ab und Hin und Her auf der Bühne, das auch gleichzeitig den Charme des Stückes ausmacht, gerade dazu einzuladen, an den Grenzen der politischen Graubereiche entlang zu rudern. Das spricht Yael Ronen, die hier selbst Teile ihrer Biographie (und die ihres mitspielenden Bruders) aufnimmt, nicht ab, eindeutige Standpunkte vermitteln zu wollen. Es tun sich nur Zweifel auf, ob die Intentionen dann auch dort hinführen, wo sie ankommen sollen.

Die Stärke (hebr.: Hakoah) des Stückes liegt jedenfalls nicht in der Vermittlung politischer Ansichten. Sie liegt in der frischen Aufmachung und den kecken Schauspieler_Innen und dann doch wieder in der Verstrickung der unterschiedlichen Stränge und Fäden, eben bis zu dem Punkt, wo die Verstrickung etwas schwer durchschaubares Dickicht wird.

Selbst ein Bild machen, kann mensch sich noch einmal am 2. Mai und hier durch diesen Trailer: 

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