Malambo! – Leidenschaft pur

Kraft, Körperbeherrschung, Ausdruck – all dies vereint der argentinische Tanz Malambo, der aktuell in der Grazer Oper als gleichnamiges Musical zum Besten gegeben wird.

(c) Werner Kmetitsch

(c) Werner Kmetitsch

Beginnend mit dem ersten Tanzstück Tangata (Tango und Fugata), eine Komposition verschiedener Tangostile, wurde die zweieinhalb-stündige Aufführung aufwendig eingeleitet. Mit je einem Stuhl ausgestattet startete die Tanzkompanie nach einer Choreographie von Ricardo Fernando, das Bühnenbild dazu düster und nebelig. Zudem passend gewählt waren die Gewänder, die sich aus schlichten, einheitlichen Anzügen für beide Geschlechter zusammensetzten. Musikalisch untermalt wurde der erste Teil von Werken des argentinischen Komponisten Astor Piazzolla, bei denen das Bandoneon, ein Handzuginstrument, die Hauptrolle einnahm. Begleitend zu den weichen, unverwechselbaren Klängen bewegten sich die Tänzer zuerst grazil und gesittet, jedoch im Laufe der Zeit entfesselter und leidenschaftlicher. „Ich male den Tango nicht in Pastelltönen. Ich muss die Wahrheit sagen, die unverstellte Wahrheit…“ (Astor Piazzolla)

(c) Werner Kmetitsch

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Das zweite Tanzstück des Abends, Fado, begeisterte nach der Pause sofort mit der schönen Kulisse, die an eine portugiesische Altstadt erinnerte. Die Atmosphäre eines lauen, frühen Sommerabends breitete sich zunehmend aus. Carla Pires, eine großartige Interpretin, erschien auf der Bühne und erzeugte immer wieder Gänsehaut, als ihre außergewöhnlich warme Stimme die Herzen des Pubikums druchdrang. Ihr Gesang wurde von drei Gitarrenspielern begleitet, die ihr Handwerk perfekt beherrschten. Dazu schien der Fado, choreographiert von Vasco Wellenkamp, sehr fließend und gefühlvoll. Es schien, als tanzten die Künstler um ihr Leben. Mit jeder Regung wurde Dramatik, Passion und ein Hauch von Melancholie in den Raum gelegt. Besonders schön gewählt waren die Kleider der weiblichen Tänzerinnen, die den schwungvollen Tanz unterstrichen.

(c) Werner Kmetitsch

(c) Werner Kmetitsch

Estancia, das dritte und letzte Tanzstück, wurde zurecht als Abschluss gewählt. Was mit einem überdimensionalen Bilderrahmen im Hintergrund und pausenloser Energie begann, verlief zu einer bittersüßen, zarten Choreographie, die von rosaroten, voluminösen Kleidern in Szene gesetzt wurde. Eine Leinwand, die abwechselnd das Meer und einen Sternenhimmel ausstellte, verlieh diesem Teil seinen Glanz. Zusätzlich stießen Elemente der Luftakrobatik auf Begeisterung, die Estancia zu einem fulminanten Ende führten.

Malambo eröffnet klassischen Musical-Liebhabern mit Sicherheit eine Tür zu neuen Welten. Doch auch als Neuling im Bereich des modernen Tanzes findet dieses Werk regen Anklang.

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