MANON-Oper Graz

Manon, ein skandalöses literarisches Werk von Abbè Prévost, welches in den dreißiger Jahren des 18. Jahrhunderts deshalb verboten und verbrannt wurde. Gerade dies verhalf dem Roman zu Popularität und wurde von Jules Massenet auf die Opernbühne gebracht.

Alles dreht sich um Manon. Oh Manon, eine Schönheit mit dem Hang zum Luxus und Vergnügen. Doch ihre Neigungen werden ihr und Chevalier Des Grieux zum Verhängnis. Auf einer Reise treffen Manon und Chevalier Des Grieux aufeinander und verlieben sich augenblicklich ineinander. Beide widersagen ihren bisherigen Plänen und reisen stattessen nach Paris, um sich ihrer Liebe und dem Vergnügen zu widmen. Doch das Glück währt nicht lange, aufgrund misslicher Umstände entscheidet sich Manon für ein Leben in Wohlstand und somit gegen ein gemeinsames Leben mit Des Grieux. Währenddessen Manon zu einer schönen Berühmtheit aufsteigt, entscheidet sich Chevalier Des Grieux für die Priesterweihe. Als Manon dies erfährt kann sie nicht glauben, dass Des Grieux sie vergessen haben soll und sucht ihn auf. Manon beteuert ihre Untreue und erneut bekräftigen beide ihre Liebe zueinander. Wieder widmen sich beide einem Leben des Vergnügens und dem Luxus, worauf Manon nicht verzichten kann. Doch dieses Leben ist teuer und Manon bezahlt es mit ihrem Leben.

Was zu damaligen Zeiten als Skandal empfunden wurde berührt die Gemüter der heutigen Gesellschaft kaum noch. Heute bleiben nur noch die tiefgründigen Elemente der Geschichte*, die in unserer heutigen Gesellschaft so gegenwärtig wie damals sind sowie die großartige Musik, um das Stück zum Erfolg zu führen. Von besonderer Bedeutung ist auch die Inszenierung, die das Stück jedes Mal aufs Neue einzigartig macht.

Die Inszenierung der Oper Manon von Elmar Goerden kann berechtigt als einzigartig und gewagt bezeichnet werden. Man hat sich die Aufgabe gestellt, die wechselnden Schauplätze und Handlungen des Stückes auf einem Flughafen abspielen zu lassen. Diese Idee erscheint einleuchtet, bedenkt man, dass die Geschichte mit einer Reise von Manon beginnt. Um das Stück jedoch vollständig und schlüssig auf solch einem restriktiven Schauplatz umsetzen zu können sind Phantasie und Einfallsreichtum gefordert. Einfallsreichtum wird dadurch bewiesen, dass beim Ruf der Gesellschaft nach Speis und Trank das Bedürfnis mit Hilfe eines Getränke- und Speiseautomaten befriedigt wird. Phantasievoll war die Darstellung der schönen Berühmtheit Manon als Werbeikone in einem Tax-free-Shop. Dahingegen scheint jedoch eine öffentliche Vorstellung des Balletts zu Ehren Manons im Shop als unrealistisch und die kalten Hallen und grellen Anzeigetafeln am Flughafen unterstreichen kaum die Handlung einer romantischen Liebesgeschichte. Somit funktioniert die Idee, das Flughafengelände als einzigen Schauspielplatz zu verwenden, nicht vollständig und die Inszenierung leidet unter der beschränkten Gestaltungsmöglichkeit.

(c) Werner Kmetitsch

(c) Werner Kmetitsch

Ein großes Lob hingegen geht an Iulia Maria Dan (Manon), welche trotz ihres nicht gerade bezaubernden „Kostüms“ durch die Performance ihrer Rolle und gesanglichen Leistung verzaubert und beeindruckt. Abdellah Lasri (Chevalier Des Grieux ) und auch das Grazer Philharmonische Orchester haben ebenfalls den Abend mit ihrem musikalischen Können bereichert.

*Der Autor Abbè Prèvost beabsichtigte mit diesem Stück mehrere tiefgründige Elemente zu vermitteln. Er wollte ein entsetzliches Beispiel aufzeigen, was die Macht der Leidenschaft zu vollbringen mag. Weiters beinhaltet der Charakter des Chevalier Des Grieux eine eine zwiespältige Persönlichkeit aus Tugend und Laster im ewigen Widerstreit edler Gefühle und schlechter Handlungen. Ein weiterer wesentlicher Aspekt sind das Gebot der Moral und die Fragen, wie es möglich ist im Grunde Wohlgefallen an den Ideen des Guten und Vollkommenen zu finden, aber sich im wirklichen Leben wieder davon abbringen zu lassen und somit seine moralischen Vorstellungen erst wieder zu umgehen.

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