MANON

Schon vor über fünfzig Jahren wurde das Libretto Manon in der Oper Graz aufgeführt und begeisterte zahlreiche Zuschauer. Seit April 2015 wird dieses Stück erneut in einer modernen Inszenierung von Elmar Goerden zum Besten gegeben.

(c) Werner Kmetitsch

(c) Werner Kmetitsch

Die Uraufführung von Manon Lescaut nach Jules Massenet fand 1984 in Paris statt und zeugte damals schon von einer unmöglichen Liebe. Die Oper, in fünf Akten und sechs Bildern gegliedert, beschäftigt sich nach wie vor mit dem schwierigen und vom Schicksal gekennzeichneten Leben der jungen und schönen Manon. Die moderne Version verwendet als Schauplatz jedoch einen Flughafen. Das verträumte Mädchen (gespielt von Iulia Maria Dan), welches nach Freiheit und Luxus wahrlich giert, soll sich in ein Kloster begeben, um die Ehre der Familie zu wahren. Doch als sie den Theologiestudenten De Grieux (Abdellah Lasri, Andrey Dounaev) kennenlernt und sie sich ineinander verlieben, beschließen sie nach Paris zu flüchten. Nach einiger Zeit jedoch wird ihr die Gier nach Reichtum und Geld zum Verhängnis, bis sie schließlich verhaftet wird. Als sich Manon ihre Sünden bei ihrer letzten Begegnung mit De Grieux eingesteht, stirbt sie letztendlich in seinen Armen.

(c) Werner Kmetitsch

(c) Werner Kmetitsch

Obwohl die fast dreistündige Aufführung durch die geniale musikalische Untermalung der Grazer Philharmoniker (nach der Leitung von Dirk Kaftan) und die tolle Leistung der Akteure begeistert, fehlt es dem Stück doch etwas an Glanz und Spannung. Manche Szenen wirken ein wenig wahllos und deplatziert; nur schwer findet man in die Geschichte hinein. Trotz der Tragik und Dramatik der Liebesgeschichte bemerkt man die fehlende Intensivität der Gefühle. Auch die zum Mitlesen geplante Übersetzung des Textes über der Bühne ermüdet aufgrund der langen Spielzeit bald.

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(c) Werner Kmetitsch

Abschließend vermute ich, dass Manon auf geteilte Meinungen stößt. Für Opern-Begeisterte wahrscheinlich ein Muss, für Fans von Liebesgeschichten und großen Gefühlen möglicherweise ein Fehlgriff. Die letzte Vorstellung findet am 20.06.2015 statt.

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