Styriarte und die Rossini.SOAP

Am 15. Juli fand in der Helmut-List-Halle die erste SOAP der diesjährigen Styriarte-Saison statt, in deren Zentrum der italienische Komponist Gioachino Rossini stand. Neben mehreren kleinen Musikstücken wurden Auszüge aus Stendhals Le vie de Rossini von Roland Koch gelesen, der mimisch und ausdrucksstark versuchte, dem Publikum Rossinis Lebenswelt und die italienischen Verhältnisse des frühen 19. Jahrhunderts näherzubringen. Da bei dieser SOAP-Veranstaltung auf Filmeinspielungen (glücklicherweise) verzichtet wurde und somit lediglich eine Abwechslung aus Lesung und Musik dargeboten wurde, konnte man sich – trotz aller Versuche, modern und humoristisch die Zuseher zu unterhalten – vergnügt durch den Abend führen lassen.

(c) Werner Kmetitsch

(c) Werner Kmetitsch

Nach einer kurzen Einführung von Thomas Höft wurde mit dem 1. Satz (Allegro spiritoso) der 6. Streichersonate in D begonnen, der auch die Violinisten Maria Bader-Kubizek und Markus Hoffmann, den Violoncellisten Christophe Coin und den Kontrabassisten Georg Kroneis einführte und zugleich auch einen der für mich schönsten Streicherstücke Rossinis darbrachte. Daraufhin wechselten sich fortwährend Stendhals Worte mit Rossinis Kompositionen ab. Es folgte die Ouvertüre zu La scala di seta (Die seidene Leiter), woraufhin die Arie des Tancredi (Tu che accendi questo core – Di tanti palpiti) von der Mezzosopranistin Stephanie Houtzeel dargeboten wurde, die fortan auch gemeinsam mit der bezaubernden Sopranistin Sylvia Schwartz für den die instrumentale Vorführungen ergänzenden Gesang sorgten. Besonders beim Katzenduett (Duetto buffo de‘ due gatti) ergänzten sich die zwei äußerst konträren Sängerinnen zu einer herrlichen Darbietung, die jegliche Erwartung übertraf.

Das wohl herrlichste Stück des Abends folgte noch vor der Pause, die Arie der Ninetta (Di piacer mi balza il cor) aus La gazza ladra, deren beschwingte und zugleich ernste Stimmung von Sylvia Schwartz perfekt inszeniert wurde. Daraufhin folgte die Streichersonate Nr. 6 in D (Andante assai – Tempesta) als Abschluss der ersten Konzerthälfte, woraufhin die Besucher in eine etwas zu lange Pause entlassen wurden.

(c) Werner Kmetitsch

(c) Werner Kmetitsch

Die zweite Hälfte begann mit Streicheleinheiten für meine Frau (Une caresse à ma femme), um nach weiteren halbwegs amüsanten Textpassagen über Rossini La pastorella delle Alpi und La regata veneziana (herrlich!) aus Les soirées musicales folgen zu lassen. Schließlich fügte sich das unspektakuläre, wenig berührende und lediglich künstlerisch originelle Duetto für Cello und Kontrabass themengerecht in Roland Kochs Leseinheiten, ehe abschließend mit dem Duett Giorno d’orrore aus Semiramide die Vorführung zu ende ging.

Alleine die Darbietung der herrlichen Sylvia Schwartz war den Besuch der Rossini-SOAP wert, zudem die sehr interessanten Textpassagen Stendhals. Mit den teilweise plumpen Versuchen, die Zuseher recht platt zu unterhalten, konnte im Rahmen der Styriarte ohnehin gerechnet werden, weshalb den Programmplanern jene kleinen Unnötigkeiten verziehen seien. Als Einstieg in die Welt Rossinis taugte der Abend allemal, insbesondere für jene Personen, die bis dahin noch nie mit dem Komponisten in Kontakt gekommen waren.

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