Adolf Hitler: Mein Kampf, Band 1 & 2

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(c) Candy Welz / Kunstfest Weimar

Im Rahmen des steirischen herbst brachte das Regie-Kollektiv Rimini Protokoll Adolf Hitlers „Mein Kampf“ für drei Tage in Folge auf die Bühne des Schauspielhaus Graz.

Das Institut für Zeitgeschichte in München erwägt Anfang 2016 eine kommentierte Edition der Hetzschrift zu publizieren. Möglich wäre dies durch den Wegfall des Urheberrechts, das am 31. Dezember 2015, also 70 Jahre nach Hitlers Tod, erlischt.

Dieses Ereignis nahm das Rimini Protokoll zum Anlass, ein Projekt zu realisieren, das Fragen in Bezug zur Neuveröffentlichung von Mein Kampf in Form eines Theaterstücks behandeln sollte.

Rimini Protokoll, das sind Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel. Die drei schlossen sich im Jahr 2000 zu einem Autoren-Regie-Team zusammen und entwickeln seither in unterschiedlichsten Konstellationen Theater-, Film-, Hörspiel-, und Ausstellungsprojekte. In Adolf Hitler: Mein Kampf, Band 1 & 2 zeichnen Helgard Haug und Daniel Wetzel für Konzept, Regie und Text verantwortlich, der Historiker Sebastian Brünger übernahm Dramaturgie und Recherche. Mein Kampf ist nicht das erste Projekt, das ihm Rahmen des steirischen herbst erscheint – 2009 wurde das Stück Radio Muezzin aufgeführt.
Ziel des Kollektivs ist „die Weiterentwicklung der Mittel des Theaters, um ungewöhnliche Sichtweisen auf unsere Wirklichkeit zu ermöglichen“, so der Wortlaut auf rimini-protokoll.de. Ihre Projekte lassen die Grenzen zwischen Fiktion und Realität fließend erscheinen.

Haug und Wetzel setzten bei diesem Projekt sechs Laien als ProtagonistInnen ein, die in ihrem Leben auf verschiedenste Weise mit Mein Kampf in Berührung gekommen sind. Da ist z.B. der Israeli und Jurist Alon Kraus, der das Buch seit seiner Jugend faszinierend und motivierend findet. Oder die junge, deutsche Juristin Anna Gilsbach, die sich mit den rechtlichen Fragen hinsichtlich der Neuauflage beschäftigt hat. Abwechselnd erzählen sie ihre Geschichten vor bzw. auf einem gigantischen Bücherregal, das als Projektions- und Spielfläche dient. Neben ihren Erzählungen versuchen die ProtagonistInnen zu Fragen wie „Stellt eine Neuauflage von Mein Kampf eine Gefahr dar?“ oder „Sollte die Edition als gratis Download zur Verfügung gestellt werden?“ Antworten zu finden. Gefüttert wird der Abend mit Fakten zu Mein Kampf und dessen Neuauflage, die u.a. von Fachleuten erläutert und per Videoprojektion eingeblendet werden.

Der interessante und spannende Abend wurde von den LaienschauspielerInnen souverän gemeistert, auch wenn hier und da etwas Aufregung spürbar war.

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