Finden, Verlieren, Wiederfinden – schließlich doch Verloren

Neben dem aus der letzten Spielzeit übrig gebliebenen Inszenierung von Ed Hauswirth Jugend ohne Gott“ steht nun noch ein zweites Ödön von Horváth Stück auf dem Spielplan des Grazer Schauspielhauses: „Kasimir und Karoline“, ein Stück über die Käuflichkeit von Zuneigung, inszeniert von Dominic Friedel.

„Und die Liebe höret nimmer auf“… aber sterben müssen wir alle.

Die Anweisung Horváths, das Stück spiele „in unserer Zeit“, hat sich der junge Regisseur Dominic Friedel zu Herzen genommen. Mit moderner Musik, stimmenstark dargeboten von den Schauspielern selbst und flimmernden Lichtern wird nicht nur irgendeine Jahrmarktstimmung evoziert, sondern eine von heute. Das Bühnenbild ist auf die „Wiesn“ reduziert und damit grandios. Es wird getanzt, gelacht, gesungen und gespielt. Bis der Schutzmantel des Geldes weicht und darunter Ungewissheit, Machtlosigkeit und Verzweiflung zum Vorschein kommen. Geliebt wird scheinbar oberflächlich, solange das Prekariat vertuscht und dem Hedonismus gefrönt werden kann.

Ödön von Horváths sozialkritisches Stück „Kasimir und Karoline“ zeigt, was mit einer Liebe in Abhängigkeit von monetären Verhältnissen passiert. Der Chauffeur Kasimir ist gerade ‚abgebaut’ worden – also neo-arbeitslos und begleitet seine Verlobte Karoline nur um derentwillen auf das Münchner Oktoberfest. Dort verlieren sie sich bald. Er landet beim Kleinkriminellen Merkl Franz, sie verirrt sich in die Arme des Eugen Schürzinger und des Kommerzienrats Konrad Rauch. Beide buhlen um sie.

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