Schmeckt er süß der Wein?

Wer eine konkrete Antwort auf diese wohl eigentlich rhetorische Frage haben will, dem sei ein Besuch im TTZ Graz empfohlen: Dort wird nächste Woche von Do – Sa nochmal MAHNMAHL vom :::NUR:::Theater zu sehen sein. Jede*r der Lust auf einen außergewöhnlichen Theaterabend hat, sollte hingehen!

cMahnmahl-768x348

(c) Verein ArgeLeute | :::NUR:::Theater

Beim :::NUR:::Theater handelt es sich um das Ensemble des Vereins ArgeLeute, das aus österreichischen Schauspieler*innen besteht. Unter der künstlerischen Leitung von Mona May ist die Produktion MAHNMAHL seit letzter Woche im TTZ Graz zu sehen. Das Besondere am Stück ist das Brechen der Barriere von Bühne und Publikumsbereich: Während normalerweise die Schauspieler*innen auf einer abgegrenzten Bühne für das Publikum spielen, sitzen bei MAHNMAHL Zuseher*innen und Schauspieler*innen an einer langen, gedeckten Tafel. Daraus ergibt sich eine andere Interaktion: Das Publikum wird mitten ins Stück gezogen, wird ein Teil davon; trinkt im Laufe des Stückes mit den Schauspieler*innen Wein und bricht mit ihnen gemeinsam Brot.

Beim Betreten des Theaterraumes sehen die Zuseher*innen nur die gedeckte Tafel, die scheinbar im Nichts, in einem unendlich weiten Raum steht. Die Schauspieler*innen befinden sich noch am Rande, außerhalb des Blickfeldes, und werden von Scheinwerfern leicht beleuchtet. Sobald das Publikum an der Tafel Platz genommen hat, beginnt das Stück. Die Schauspieler*innen kommen, gekleidet für einen noblen Abend im Restaurant mit Ballkleidern und Anzug, zu Tisch und setzen sich. Die lyrisch angehauchten, teils sehr philosophischen, teils aggressiven Tischgespräche und Dialoge, die sich zwischen den Schauspieler*innen entfalten, ziehen die Zusehenden in ihren Bann. Das Warten auf das Leben, gekoppelt mit der Hoffnung, dass dieses irgendwann beginnen wird, steht im Blickfeld, genauso wie die Oberflächlichkeit von Smalltalk-Tischgesprächen vorgeführt wird. Immer tiefer wird das Publikum in einen Strudel aus Verzweiflung und Hoffnung hineingezogen, und interagiert mit den Darsteller*innen, indem es mit ihnen auf den gelungenen Abend anstoßt.

Wer sich selbst in diesen Strudel begeben und dabei auch das eine oder andere Gläschen Wein trinken will, der sei ein Besuch in der nächsten Woche empfohlen!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s