Kunst & Sprache & ?

Was ist Sprache? Was ist Kunst? Was ist Sprache in der Kunst? Antworten auf Fragen, die sich mit dem Verhältnis von Sprache und Kunst auseinandersetzen, können in den Räumen des Künstlerhaus Graz gefunden werden: In der Ausstellung Sighs Trapped by Liars – Sprache in der Kunst  wird das Wechselspiel zwischen Sprache und Kunst neu beleuchtet – Eindrücke von der Ausstellungseröffnung.

Vergangenen Freitag, dem 11. März 2016, fand die Eröffnung der Ausstellung Sighs Trapped by Liars im Rahmen der CMRK-Reihe statt. Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf eine Arbeit der Künstlergruppe Art & Language, deren Werk Portraits and a Dream II zu sehen ist. Im gut besuchten Künstlerhaus konnte mit einem zur Eröffnung gereichten Glas Weißwein – oder mehreren davon – über die Werke und deren Aussagen philosophiert werden.

Ian Svenonius: Censorship NOW

Ein besonderes Highlight der Eröffnung war der Auftritt von Ian Svenonius. Der aus Washington D.C. angereiste Künstler, der im Künstlerhaus etwa in der Ausstellung ordinary freaks: das Prinzip Coolness in Popkultur, Theater und Museum zu sehen war, stellte sein aktuelles Solo-Projekt ESCAPE-ISM vor. In einer collagenhaften Performance, die zwischen Rock’n’Roll, Sprechgesang und Schauspiel lag, beeindruckte Svenonius mit seinem ekstatischem Auftritt. Der Schwerpunkt lag jedoch auf der Vorstellung von Censorship now mit der eklatanten, oxymoronen Forderung das Monopol der freien Presse aufzuheben und Zensur einzufüren. Unter Einbezug des Publikums inszenierte Svenonius abschließend das Genre der Fernsehdokumentation: mit einer Dokumentation über Frankenstein – die verschiedenen Rollen, wie Fan oder Expertin, wurden vorgelesen und verbanden sich mit eingeblendeten Bildern.

Einblicke in Censorship now sowie Svenonius‘ performative Fähigkeiten können in folgenden Videos gewonnen werden:

Sprachspiele

Die Ausstellung selbst beansprucht sowohl die Räume des Erd- als auch des Untergeschoßes des Künstlerhauses für sich, und mir haben sich vor allem die Werke im unteren Stock ins Gedächtnis eingebrannt: die Videoinstallation Active Poetry von Ewa Partum sticht beim Betreten des Raumes sofort ins Auge. Auf einer weißen Leinwand entfaltet der fünfminütige Film seine Wirkung, auf dem die Künstlerin beim Verteilen von Buchstaben zu sehen ist. Die den Kräften der Natur ausgesetzten Buchstaben, die willkürlich vom Wind durch die Luft gewirbelt oder von den Wellen des Meeres verschluckt werden, wirken sowohl melancholisch als auch beruhigend. Das aus den 1970er stammende Video gilt als Klassiker der Visuellen Poesie.

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(c) Ewa Parthum

Auf der anderen Seite des Raumes ist eine Installation des walisischen Künstlers Cerith Wyn Evans zu sehen: In girum imus nocte et consumimur igni ist der Titel, der zugleich Palindrom und Mittelpunkt des Werkes ist und übersetzt ‚Wir irren des Nachts im Kreis umher und werden vom Feuer verschlungen‘ bedeutet. Und auch um das Werk zu betrachten und den Spruch zu lesen, muss man das Werk umkreisen, darum herumirren.

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(c) Cerith Wyn Evans & Galerie Neu, Berlin

 

Weitere Termine

Wie Sprache in der Kunst wirkt, was Sprache in der Kunst sein kann, wann Sprache Kunst ist, darin gibt die Ausstellung Einblick. Wer sich davon selbst überzeugen will, die Ausstellung ist noch bis zum 29.Mai 2016 zu sehen. Im Rahmen der Reihe An Art Day’s Night finden im Künstlerhaus Graz an ausgewählten Donnerstagen Veranstaltungen zur Ausstellung statt. Die nächsten Termine:

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