Hommagen an die Natur

Passend zum Frühlingserwachen ist im kunstGarten Graz die Sonderausstellung HOMMAGEN. AN DIE NATUR! zu sehen. Die Liebe zur Natur wird dabei in den Arbeiten der Künstlerinnen Monika Lederbauer und Nicole Pruckermayr reflektiert.

Bei schönem Wetter fand am ersten Aprilsamstag die Ausstellungseröffnung statt. Neben den Künstlerinnen war auch die Kunsthistorikerin Edith Risse anwesend, die einführende Worte zum Werdegang der Künstlerinnen sowie deren Bezug zur Natur wiedergab.

„Ich liebe und beobachte die Natur. Meine Bilder sind Reflexionen, Erinnerungen, bzw. Impressionen von der Schönheit der Natur.“ schreibt Monika Lederbauer in ihren Reflexionen zu ihrer Kunst. In den im kunstGarten ausgestellten Grafiken sind es Hommagen an den Baum als Wunder der Natur. Neben ausgewählten im Eingangsbereich hängenden Werken gibt es auch zusätzlich eine Mappe mit weiteren Bildern, durch die die Besucher*innen schmökern können. Das Besondere an Lederbauers Grafiken ist die Verwendung von seltenen Techniken und Materialien, wie etwa Maulbeerbaumrindenpapier. Lederbauers Bezug zu China und chinesischen Techniken, wie der Kalligraphie, durch zwei Studienreisen nach China ist in den Arbeiten sichtbar. Die unterschiedlichen Farbvariationen der Bilder rufen bei der Betrachtung verschiedene Assoziationen – von bedrohlich bis beruhigend hervor:

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(c) kunstGarten: Grafiken von Monika Lederbauer

Highlight der Eröffnung war die zweiteilige Performance mit dem Titel „Anheilprozession“ von Nicole Pruckermayr, die auch das Publikum miteinbezog. Pruckermayr setzte sich schon in ihrer Dissertation im Bereich der Visuellen Kultur und Kunstanthropologie mit Haut als Distanzerfahrung auseinander. Auch in der Performance stand die Haut im Zentrum: zum einen die Haut der Erde, zum anderen die des Baumes. Im ersten Fall stand die Wechselwirkung zwischen Papier und Kompost im Vordergrund. Pruckermayr hatte dazu Mitte Februar Papierblätter in den Kompost vergraben. Die Frage dahinter war, welche Spuren solche Eingriffe nach sich ziehen? Wie geht die Natur, in diesem Fall die Erde, mit einem Fremdkörper von außen um? Wie weit ist der Zersetzungsprozess fortgeschritten und hat sich in das Papier eingeschrieben? Überraschenderweise war vom ursprünglichen Papier, wie die Abbildung zeigt, weniger übrig als angenommen.

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(c) kunstGarten: Anheilprozession I: Kompostbild.

Der kunstGarten Graz ist auch unabhängig von der jeweiligen Ausstellung immer einen Besuch wert, vor allem im Frühling und Sommer, wenn die Pflanzen des Gartens erstrahlen. Aber auch die Kunstwerke vergangener Ausstellungen, die sich zwischen den Bäumen und Blumen finden, verleihen dem kunstGarten dem ihm eigenen Charme, wie etwa von Hartmut Skerbisch.

Die Sonderausstellung HOMMAGEN.AN DIE NATUR! ist noch bis zum 04. Mai zu sehen. Grafiken von Monika Lederbauer können bei Interesse auch käuflich erworben werden.

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