On the road to nowhere

In der t’eig-Theaterproduktion „Schönste Zeit“ debütierten SchülerInnen des BORG Deierschützengasse in einem Stück über Schule, Erwachsenwerden, Zukunftsperspektiven und Individualität.

Ein „Rudel“ Jugendlicher tummelt sich in der Mitte des Raumes – spielend, lachend, telefonierend. Sie sind umzingelt von einer Tischmauer, an der die ZuseherInnen ihre Plätze einnehmen. Es ist nach 20 Uhr – „spielen“ die SchülerInnen bereits? Ihre Euphorie und Unbeschwertheit scheint das (ältere) Publikum zunächst mit einem entfremdenden Gefühl etwas zu destabilisieren, bis die Eingewöhnungsphase überwunden ist.

In knapp zwei Stunden springen die Jugendlichen der „D-Klasse“ sozusagen „zurück in die Zukunft“ ihrer Eltern, die ihre Schulzeit in den 1980er Jahren verbracht haben, und scheuen sich auch nicht davor, das Publikum mit Enthusiasmus aktiv zu involvieren. Gekonnt gehen Fiktion und Wirklichkeit, Spiel und Ernst ineinander über.

Neben Statistiken beider Generationen („14% wären gerne jung“ vs. „2/3 tragen Hollister“) werfen sie Feststellungen wie „Wir haben keine Ahnung von Steuern, Miete und Versicherungen, aber wir können eine Gedichtsanalyse schreiben“ treffsicher in den Raum. Was bringt mir der Trochäus für’s Leben, wenn ich meine eigenen Rechte und Pflichten nicht kenne?

t'eig_schönstezeit_(c)Heldentheater (43)

(c) Heldentheater

Daran anschließend defilieren die jungen Frauen und Männer auf einem Catwalk des rückwärtslaufenden Erwachsenwerdens – in der Endlosschleife zu ihrem Soundtrack Road to Nowhere (Talking Heads, 1985):

And we’re not little children

And we know what we want

And the future is certain

Give us time to work it out….

We are on the road to nowhere…

Das Défilé sprüht nur so von Schweißbändern, neonfarbigen Stutzen und Leggings, Röhrenfernsehern und Walkmans – welcome to the 80ies. Die einen schlurfen, die anderen rasen; jeder ist so individuell wie er/sie will, mit den eigenen Besonderheiten und Macken. Bei all dem Farben- und Körperpotpourri droht sich das Gesamtkonzept dennoch zuverlieren.

Was bleibt, ist der letzte gemeinsame Spruch der SchülerInnen: „Die schönste Zeit liegt immer noch vor uns… hoffentlich.“ Denken wir das nicht alle?

Weitere Infos zu „Schönste Zeit“ sind hier erhältlich

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