Grand Finale der recreation: „Aus den Highlands“

Am 14. Juni setzte „Aus den Highlands“ den Schlussakkord der heurigen recreation-Saison. Neben dem souveränen Großen Orchester Graz unter der Leitung von Michael Hofstetter brillierte Daniel Ottensamer als virtuoser Soloklarinettist.

Das letzte Konzert der recreation in der heurigen Saison führte mitten ins Herz der deutschen Romanik: Carl Maria von Weber (Ouvertüre zu „Der Freischütz“ sowie das Klarinettenkonzert Nr. 2 in Es-Dur, op.74) und Felix Mendelssohn (Symphonioe Nr. 3 in A-Moll, op.56 „Schottische“).

Im ersten Stück, der Ouvertüre zu „Der Freischütz“, steht die Natur und ihre metaphysichen Energien im Mittelpunkt, die Carl Maria von Weber hörbar in eine musikalische Form goss. Neben dem farbenprächtigem Melodien- und Harmonienspektrum sticht insbesondere das Horn als Symbol für die Natur aus dem Orchestersatz hervor. Auch zwischen Michael Hofstetter und dem recreation-Orchester war der Energieaustausch deutlich zu spüren – wirkungsvolle crescendi ließen die fast furchteinflößende Kraft der Natur, die Maria von Weber einfangen wollte, fühlbar werden.

Werner Kmetisch_Michael Hofstetter und Großes Orchester Graz(c) Werner Kmetisch – Michael Hofstetter und Großes Orchester Graz

Klarer Höhepunkt des Abends war Maria von Webers Klarinettenkonzert in Es. Das lag insbesondere am Soloklarinettisten der Wiener Philharmoniker Daniel Ottensamerder mit höchster Virtuosität und Charme das Orchester überstrahlte. Bemerkenswertes Charakteristikum des Klarinettenkonzerts sind die an Arien erinnernde Partien des Soloinstruments. Wie in der Einführung von Michael Hofstetter angemerkt, klingt es so, als würde das Klarinett „singen“. Vom beschwingten Allegro über die filigransten pianissimi, die sich wie ein Hauch von Nichts über den Stefaniensaal legten (Romanze: Andante con moto), bis hin zum synkopenreichen Alla Polacca geizte Ottensamer nicht mit seinen musikalischen Reizen und avancierte zum klaren Star und Publikumsliebling des Abends.

ottensamer-daniel2-Foto by Julia Stix(c) Julia Stix – Daniel Ottensamer

Der zweite Teil des Abends stand im Zeichen der mendelssohn’schen Schottischen Symphonie. Das Ergebnis von Mendelssohns Schottland-Reise sowie seiner Eindrücke aus der schottischen Literatur und Geschichte zeigt sich im in a-Moll geschriebenen, traurig-düsteren Leitmotiv der Symphonie. Auch wenn die schottischen Assoziationen von Mendelssohn selbst nicht direkt ausgesprochen wurden, konnte man sich als Zuhörer in der sehr expressiven Darbietung des Grazer recreation-Orchesters die schottische Inspirationsquelle gut vor Augen führen. Seine Ausdrucksstärke zeigte das Orchester vor allem auch in den majestätischen fortissimi.

„Aus den Highlands“ war somit nicht nur ein purer Hörgenuss, sondern vor allem auch ein ehrwürdiger und fulminanter Ausklang einer erfolgreichen recreation-Saison.

Tipp am Rande: am 3. Juli besteht die Möglichkeit, Daniel Ottensamer im Rahmen der styriarte im Schloss Eggenberg zu erleben: nähere Infos hier

 

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