Werke von Beethoven und Gedanken von Nikolaus Harnoncourt sind die Grundelemente dieses  Abends. Werden diese Werke gemeinsam vom  Pianisten Stefan Gottfried, den Bläsern des Concentus Musicus und dem Kabarettisten, Schauspieler und Regisseur Josef Hader vorgetragen entsteht die:

Beethoven.SOAP

 Im Rahmen der STYRIARTE fand am 15.06.2016 die Beethoven.SOAP unter dem Motto: Wir wollen erinnern,  statt. Die„SOAPS“sind eine Mischung aus Musik und Lesung. Die gelesenen Texte sind Auszüge aus Interviews und Vorträgen des verstorbenen Nikolaus Harnoncourt.

Josef Hader im besetzten Audimax der Uni Wien

(c) Steirische Kulturveranstaltungen GmbH., A-8010 Graz

Dieser Abend ist durch eine Pause in zwei Teile geteilt. Dies mag wohl nichts ungewöhnliches sein, doch unterschieden sich diese zwei Teile doch wesentlich. Im ersten Teil entsteht der Eindruck, dass die Werke von Beethoven die gelesen Texte begleiten. Die ernsten, philosophischen und  humoristischen Botschaften von Harnoncourt richten sich gegen  Rassismus und heben die Bedeutung der Vielfallt und des phantastischen Denkenshervor.  Josef Hader, welcher die Text liest, ist wohl bekannt aushumoristischen Filmen, doch diesen Abend schlüpft er in eine ernste und seriöse Rolle, welche er ebenfalls ausgezeichnet verkörpert.

Im zweiten Teil steht die  Musik von Beethoven im Vordergrund und wird durch die Texte und Gedanken von Harnoncourt zu Beethovens Schaffen und seinen Werken ergänzt.Das besondere ist, dass wir nicht nur mit den Stücken in die Vergangenheit reisen, sondern diese auch mit historischen Instrumenten dargeboten werden. Ich bin von den wunderschönen Klängen der außergewöhnlichen Instrumente beeindruckt. Harnoncourt, der 1953 das OriginalklangorchesterConcentusMusicus Wien gründete, betonte jedoch, dass wir trotz alle dem nicht die Vergangenheit in die Gegenwart holen können und sollen, sondern im Kontext unser heutigen Musikauffassung auch mit Originalinstrumentenimmernur reine Gegenwart produzieren.

Die produzierte Gegenwart gefällt mir jedoch sehr gut, vor allem das Allegro aus der Harmoniemusik zu Beethovens „Egmont“, op. 84 und das Allegro ma non troppo aus Quintett in ES für Klavier und Bläser, op.16 mit dem wunderschönen Hornsolo wodurch die Liebe von Beethoven zum Horn erkennbar wird.

Denke ich an Beethoven erinnere ich mich an mächtige und gewaltige Musik, an diesem Abend werde ich jedoch nicht in Ektase und Spannung versetzt, eher schwebt die Musik an mir vorbei und ich lasse mich von ihr tragen und meine Gedanken treiben.  So gehe ich entspannt und zufrieden von einem hochkarätigen und eleganten Abend nach Hause.

 

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