Wo Worte zu Kuchen werden

Peter Raffalts Inszenierung der beliebten Kindergeschichte Peter Pan wird derzeit im Next Liberty aufgeführt und lädt das Publikum auf eine Reise ins Nimmerland ein.

Auf der Jagd nach seinem Schatten lernt Wendy den Jungen, der nie erwachsen werden möchte, Peter Pan, und die Fee Tinkerbell kennen. Zusammen mit ihrem Bruder Michael fliegen sie über die zweite rechts und immer geradeaus bis zum Morgen ins Nimmerland. Dort lernen sie den schusseligen Tootles kennen und erleben viele Abenteuer. Sie backen Kuchen nur mithilfe von Wörtern, erfahren, dass Nixen gar keine netten Wesen sind und steigen ins Kanu von Tiger Lilly, der tapferen Indianerin. Zusammen begegnen sie einigen Gefahren und nehmen den Kampf gegen Captain Hook auf.

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© Lupi Spuma

Stolpern in Kinderherzen

Die Kostüme halten sich an die Vorgabe im Roman von James Matthew Barrie und reichen von glitzernd-grünen Elfenkleidern bis hin zu schweren Piratenumhängen. Die Schauspieler schlüpfen in die sehr gut ausgewählten Kostüme und verkörpern darin authentisch die Figuren.
Die Besetzung ist optimal. Ein besserer Peter Pan als Christoph Steiner, der sein Talent zu rappen und zu krähen unter Beweis stellt, ist wohl kaum zu finden. Der Publikumsliebling ist die Fee Tinkerbell (Sascia Ronzoni), die bereits in der Anfangsszene nicht nur ins Wohnzimmer der Darlings, sondern mit ihrer egozentrischen und lustigen Art direkt in die Herzen der Kinder stolpert. Die Schauspieler verkörpern teilweise mehrere Figuren und schaffen es, sich ihnen ohne Schwierigkeiten anzupassen.

Pause für die Fantasie

Das Bühnenbild ist reich an Details. Vom einfachen Wohnzimmer der Darlings verändert sich die Bühne ins bunte Nimmerland und wieder zurück. Eindrucksvolle Showeffekte schaffen eine besondere Atmosphäre. Man fühlt sich, als würde man selbst ins Nimmerland fliegen, ohne seinen Platz zu verlassen. Die Kinder im Publikum werden direkt miteinbezogen, – z.B. wenn sie von Peter gebeten werden, Tinkerbell mithilfe von Feenstaub vor dem Tod zu retten. Der Regisseur vergleicht das Nimmerland mit einem Fitnessstudio für die Fantasie. Während der Aufführung darf die eigene Fantasie dank der detailreichen Kulisse und den zahlreichen Effekten jedoch ruhig pausieren.
Neben dem Kinderlachen, das den Saal immer wieder erklingen lässt, wird die Aufführung von stimmiger Live-Musik begleitet. Die Nixe, Daphne Reitinger, verleiht einigen Szenen mit kräftiger Stimme Musical-Charakter.

Auf ins Nimmerland!

Sitzt man im Publikum – egal welcher Altersklasse man auch angehören mag – fühlt man sich tatsächlich wie ein Kind. Zwei Stunden lang kann man sich zurücklehnen und dieses Gefühl von Unbeschwertheit genießen. Für Kinder sind zwei Stunden allerdings eine recht lange Zeitspanne, in der die kindliche Konzentration langsam nachlässt.
Trotz der relativ langen Dauer ist der Besuch von Peter Pan für Kinder, die Kinder sein wollen, für Jugendliche, die endlich erwachsen sein wollen sowie für Erwachsene, die lieber wieder Kinder wären, auf alle Fälle zu empfehlen. Dem Regisseur Peter Raffalt ist die Inszenierung außerordentlich gut gelungen. Zufrieden lachende Kinder sind wohl der beste Beweis dafür.

Hier geht’s zum offiziellen Trailer.

 

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