Man sieht nur mit dem Herzen gut.

In der Weihnachtszeit verwandelt sich das Haus Drei des Schauspielhauses Graz in die Welt des kleinen Prinzen. Der berühmte Kinderbuchklassiker von Antoine de Saint-Exupéry Der kleine Prinz wird derzeit in Form eines kleinen Theaterstücks erzählt.

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© Martina Maier

Eine Schlange zu zeichnen, die einen Elefant verspeist hat, ist gar nicht so einfach – zumindest nicht dann, wenn die Zeichnung von Erwachsenen verstanden werden soll. Erwachsene verstehen einfach nichts von selbst – im Gegensatz zu Kindern. Der kleine Prinz sieht auf den ersten Blick, um was es sich bei der besagten Zeichnung handelt, welche ein Pilot auf sein abgestürztes Flugzeug malt.

Der kleine Prinz und der Pilot lernen sich langsam kennen. Der kleine Prinz erzählt von seinem Heimatplaneten, und seiner geliebten Rose, welche man im Laufe des Stücks auch kennenlernt: eine zickige verwöhnte Prinzessin im Blumenkostüm, der man nichts recht machen kann. Obwohl – oder gerade weil – sie den kleinen Prinzen liebt, lässt sie ihn gehen, um das Universum zu entdecken. Auf seiner Reise lernt er einen Fuchs kennen, der gezähmt werden möchte, sowie sonderbare Erwachsene: einen Herrscher, der über alles herrscht, einen Säufer, der seine Sucht vergessen möchte, und zu guter Letzt einen Weichensteller, der die Züge in die richtige Richtung leitet. Erwachsene – ein sonderbares Volk aus der Sicht des kleinen Prinzen.

Der Inhalt des Buches wird komprimiert wiedergegeben. Die wichtigsten Lebensweisheiten von Antoine de Saint-Exupéry werden vermittelt. Das Publikum taucht in die Welt des kleinen Prinzen ein. Die Besetzung ist auf den ersten Blick überraschend. Clemens Maria Riegler – groß und dunkelhaarig – erscheint äußerlich als das komplette Gegenteil seiner Rolle des kleinen Prinzen. Doch wie der gezähmte Fuchs weiß: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. Auf diese Weise verhält es sich auch hier. Die Unschuld und kindliche Intelligenz des kleinen Prinzen versprüht Riegler in seiner Mimik und Gestik. Seine Schauspielkollegin Silvana Veit schlüpft reibungslos aus der Rolle des Piloten in die der Rose, in die des Fuchses und in die der sonderbaren Menschen.

Die Schauspieler interagieren teilweise mit den kleinen Publikumsgästen und beziehen diese mit ein. Auch wenn ein kleiner Zuschauer als selbst ernannter dritter Schauspieler auf die Bühne spaziert, ohne diese wieder verlassen zu wollen, stellt dies kein Problem dar, sondern wird mit Humor aufgenommen.

Nach der Vorstellung ist der Abend im Schauspielhaus noch nicht vorüber. Neben kleinen Überraschungen gibt es kleine Stärkungen für den Magen sowie eine Malecke, in der die Kinder ihre Malkünste zeigen können.

Vom Humor und der intelligenten Moral des Buches geht kein Stück verloren. Ein kleines und gelungenes Theaterstück, das mit 45 Minuten perfekt in die Konzentrationsdauer der Kinder fällt, und für das kleine Publikum nicht besser sein könnte. Viele leuchtende Kinderaugen und zufriedene Gesichter sind das Resultat eines Theaterabends, der zusammen mit dem kleinen Prinzen im Schauspielhaus verbracht wird.

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