Arm und reich zugleich

Ein musikalisches Spektakel rund um den berühmt-berüchtigten Geizhals Ebenezer Scrooge trägt sich während der diesjährigen Weihnachtszeit im Next Liberty zu. Der Klassiker von Charles Dickens Eine Weihnachtsgeschichte findet sich in einer modernen und humorvollen Inszenierung wieder.

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(c) Monika Reiter

Glitzer, Rock und Sensenmann

Das komplette Stück wird von einem musikalischen roten Faden durchzogen. Die Musik ist durchgehend anwesend. Bereits der Beginn ertönt in weihnachtlichen frohen Klängen. Diese werden jedoch schon bald unterbrochen: von Ebenezer Scrooge, einem geizigen Geschäftsmann ohne jeglichen Funken fröhlicher Stimmung, der auch zur Weihnachtszeit nur Zahlen und Geld im Kopf hat. Mit verzwicktem Gesichtsausdruck und von schaurigen Klaviertönen begleitet, betritt er die Bühne.

In Gestalt seiner ansonsten lustigen Sekretärin Anna wird Scrooge von seinem verstorbenen Geschäftspartnern Marley besucht, der ihn davor warnt, sein Leben auf dieselbe Art weiterzuführen wie bisher. In der Nacht vor Weihnachten bekommt Scrooge erneut seltsamen Besuch: von den Geistern der vergangenen, der gegenwärtigen sowie der zukünftigen Weihnacht. Diese führen ihn in Gestalten eines glitzernden elfenhaften Wesens, eines rockigen Weihnachtsmannes und zu allerletzt in Gestalt eines sensenmannähnlichen Geschöpfes durch verschiedene Zeiten seines Lebens. Während dieser ereignisreichen Nacht vollzieht sich im Inneren Scrooges eine 360-Grad-Wendung. Er ist wie ausgewechselt und wird zu einem warmherzigen Menschen, der Weihnachten zusammen mit seinem Neffen Peter und seiner Sekretärin feiert. Auch seine vorhin nicht ganz so ausgeprägten Blockflötenkünste verbessern sich um ein Vielfaches. Am Ende wird noch ausgiebig gefeiert. Was auch hier nicht fehlt, ist natürlich die Musik als verbindendes, gemeinschaftliches Mittel.

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(c) Monika Reiter

Modernisierter Klassiker

Die Geschichte wurde mit dem richtigen Maß an Humor modernisiert. Den Autoren Robert Persché und Andreas Braunendal gelang es, den Klassiker in die Gegenwart holen und dabei die entscheidenden Elemente beizubehalten. Neben dem Humor bekommt auch die Romantik einen Platz in der Inszenierung. Eine kleine Liebesgeschichte zwischen dem Neffen Peter und der Sekretärin Anna entwickelt sich innerhalb der Haupthandlung. Die Musik nimmt einen großen Teil des Stücks ein und lockert es auf. Den Schauspielern, die mittels ihrer kräftigen Organe Weihnachtsstimmung versprühen, hört man eine gute musikalische Ausbildung an. Eine breite Palette an verschiedenen Instrumenten kommt außerdem zum Einsatz.

Choreographisch-Musikalisches Schauspiel

Auf der Bühne wird eine sowohl musikalische, choreographische sowie schauspielerische Leistung vollbracht, die es verdient, gesehen bzw. gehört zu werden. Ist man noch nicht in Weihnachtsstimmung, bedarf es nur eines Besuches von Eine Weihnachtsgeschichte, um dies innerhalb einer Stunde zu ändern. Egal, ob jung, ob alt, ob Weihnachtsfan, ob Grinch, das Stück ist für jeden zu empfehlen.

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