Schlittenfahrt bei recreation

Alte Intendanten und junge Dirigentinnen gestalteten ein weihnachtliches Programm rund um Wolfgang Amadeus Mozart. Einspringerin Marie Jacquot führte das GROSSE ORCHESTER GRAZ frisch, fröhlich und mit einem Hauch von Trotz.

Marie Jacquot ; (c) Marie Jacquot

Marie Jacquot ; (c) Marie Jacquot

„Wir hören heute Musik für Leute, die jung im Kopf geblieben sein“, erklärte die französische Dirigentin in der Einführung zum Konzert. Charmant und aufschlussreich wurden hier die Mozart’schen Stücke kurz erklärt, sowie die Eigenheiten eines Naturhornes vorgeführt. Solist Christian Binde zeigte seine Spielkunst nicht nur mit seinem Atem, sondern auch mit der Hand, die den Trichter seines Horns „stopft“, um die fehlenden Töne der Naturtonreihe spielen zu können. Diese Technik erweitert durch einen feinsinnigen musikalischen Ausdruck präsentierte er im Mozart Konzert für Horn und Orchester Nr. 2 in Es Dur. Binde ist ein Meister der ersten und letzten Töne. Klar aber ohne jede Wucht setzte er seine Klänge an, lang und weit entließ er sie aus seinem Instrument. Alles dazwischen fügte sich, manchmal weich, gedämpft und mit fast hölzernem Charakter, an anderen Stellen mit einer scheppernden Spielweise und metallischem Unterton. Mit großen Zügen führt er durch das Andante, und spitzte das Rondo mit impulshaften Akzenten. Das Gegenspiel in den ersten Geigen erschien dagegen zu wuchtig.

Christian Binde ; (c) Werner Kmetitsch

Christian Binde ; (c) Werner Kmetitsch

Vorangestellt zum Solokonzert wurde die betitelnde „Musikalische Schlittenfahrt“ von Leopold Mozart dargeboten. Thomas Höft als Vater Mozart führte durch die weihnachtliche Spielerei. Mit Glöckchenklingeln, schüttelnden Pferden und Tanzmusik wurde die musikalisch leichte Kost charmant serviert und dürfte vor allem den Kindern in der am Mittwoch stattfindenden Schulvorstellung große Freude bereiten. Auch der zweite Teil des Konzertes stand ganz im Zeichen Mozarts. Marie Jacquot zeigte sich hier als Dirigentin mit Esprit. Luftige Leichtigkeit dominierte die Mittelsätze, während sie das Presto mit trotzigem Elan zu einem Höhepunkt brachte. Den Abschluss machte die Tschaikowski-Suite „Mozartiana“. Die rhythmisch wie harmonisch eigentümliche Kombination verschiedener Stile, vermochte zu unterhalten aber nicht zu begeistern. Passend zum Weihnachtskitsch erklingt im dritten Stück Mozarts „Ave verum“ verziert mit romantischem Zuckerguss. Ein etwas langatmiges Thema mit Variationen machte einen Abschluss, indem sich die Spannung der ersten Violine in kunstvollen Verschnörkelungen entladen konnte.

Weitere Informationen zum Konzert unter:
http://styriarte.com/events/schlittenfahrt/?sti=24350

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