Manege frei!

… heißt es in der Oper Graz, wenn die fröhlich bunte Operette „Die Zirkusprinzessin“ mit einem gelungenen Mix aus Romantik und russisch-wienerischem Schmäh‘ aufgeführt wird.

1. und 2. Akt

Wien, Hotel Erzherzog Karl, der typisch wienerische Kellner Pelikan, gespielt von Christoph Wagner-Trenkwitz, führt das Publikum in die komplizierte Liebeswelt der Fedora Palinska ein. Vor Jahren machte ihr Fedja Palinski, Neffe des wohlhabenden Gatten Avancen, dieser wurde daraufhin enterbt und tritt seither im Zirkus Stanislawski als Mister X auf.

Mittlerweile ist der Gatte verstorben, die vermögende Witwe wird von einer Schar russischen Männern angebetet. Unter Ihnen auch Prinz Sergius, gespielt von Ivan Oreščanin, den sie immerwährend abweist. In seinem Stolz gekränkt, schmiedet der eitle Russe einen Racheplan, er möchte sie mit dem geheimnisvollen Zirkuskünstler Mister X zusammenbringen.

Zeitgleich ist auch Toni Schlumberger, Hotelerbe aus Wien im Zirkus in St. Petersburg, um hinter dem Rücken der strengen Mutter kleine Mäderl im Trikot zu bewundern. Seine volle Aufmerksamkeit gilt der ehemaligen Offizierstochter Miss Mabel, die ein talentloses Dasein im Zirkus währt. Miss Mabel wird von der Sopranistin Sieglinde Feldhofer wie gewohnt perfekt inszeniert.

Prinz Sergius Plan geht auf, Fedora verliebt sich in den vermeintlichen Prinz Korossow, in einer typisch russischen Hochzeit vermählen sich die beiden. Auch Toni und Miss Mabel entscheiden sich dazu, spontan „mitzuheiraten“. Es folgt eine bunte Party auf der Bühne, die das gesamte Publikum mitreißt.

Doch dann lässt Prinz Sergius die Bombe platzen, er entlarvt den frisch verheirateten Prinzen als Zirkusartist und stellt Fedora als „Zirkusprinzessin“ bloß. Diese verlangt sofort die Scheidung. Was sie aber noch nicht weiß: der vermeintliche Hochstapler ist ein enterbter russischer Fürst.

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(c) Oper Graz

3. Akt

Zurück in Wien, Toni muss seiner Mutter die spontane Hochzeit beichten, diese ist nur kurz schockiert, und auch Fedora und Mister X treffen sich zur Aussprache. Es fallen endgültig die letzten Masken…

Vor allem die wunderbar harmonierenden Stimmen der beiden Hauptdarsteller Regina Riel und Alexander Geller sorgen für Gänsehaut-Stimmung im Zuschauerraum. Die Tanzeinlagen durch Affenkapelle und Pferdeballett, sowie traurigen Clowns sind eine satirische Hommage an zerfallende russische Adelsgesellschaft und den Status des Zirkus in der damaligen Zeit.

Uraufgeführt wurde Emmerich Kálmáns Stück 1926 in Wien. 90 Jahre später inszenierte Peter Lund die steirische Version. Es entstand eine vielseitige Operette, die durch den wienerischen Erzähler einen ganz besonderen Charme bekommt. Die Darstellung vermittelt einen Einblick in die Welt der Liebe und Eifersucht. Es geht um Kränkungen und Zurückweisungen. Am Ende wird jedoch alles gut, und wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende – wie Miss Mabel treffend feststellt.

Das Ende dieser Operette ist mehr als gut, die Bühne verwandelt sich abermals in eine wilde Party und das Publikum bricht in tosenden Applaus aus.

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