Das Spiel mit dem Geld

Selbst im vermeintlich nobelsten Viertel der Stadt bröckelt es hinter den Fassaden…

Geidorf – gehobener Lebensstandard, aber auch Studentenviertel, was nicht immer leicht zu vereinbaren ist. Der Bezirk hat viele positive Seiten, den Rosenhain, Hilmteich und die Universität, einzig ein DM fehlt, wie die Protagonistinnen feststellen.

Sechs Damen versammeln sich um einen Tischtennistisch, offenbar das einzige Stück, das in der vornehmen Villa noch nicht gepfändet wurde. Jede von ihnen hat ihre eigene Geschichte – und steckt bis über beide Ohren in Schulden. Die aus der Schweiz stammende Vera wurde vom steigenden Zinseszins ihres Kredites für die eigene Agentur überrascht, die schlecht gelaunte Pia versucht, der Spielsucht zu entfliehen, ihre Schwester Silvana hat weder Wohnung noch Freund. Gabi ist Komponistin und scheitert an der Uraufführung ihres Stückes. Martina, die Villenbesitzerin, ist verwitwet und Beatrix kämpft mit ihrem Schuldenberg im Vorort Hitzendorf.

(c) Johannes Gellner

 

Jede Woche treffen sich die Damen zum Tischtennismatch, die Zuschauer dürfen auf ihre Favoritin setzen. Es folgt ein Match, bei dem die Protagonistinnen ihre tiefsten Sorgen preisgeben. In der Pause vorm großen Finale hat Martina plötzlich eine zündende Idee: ein Raubüberfall könnte all ihre Schuldenprobleme lösen. Es muss in Graz doch einen Tresor geben? In der Herrengasse, zwischen Weikhard und Schullin, dort wo früher der Tchibo war… Die Frauen planen in Ocean’s Eleven Manier den Coup, und machen sich dabei die Eigenheiten einer jeden zunutze.

Regisseur Helmut Köppning zeigt mit dem Stück ,,Geidorf’s Eleven“, das in Kooperation mit dem Theater im Bahnhof entstanden ist, das Schulden und Geldprobleme selbst vor den noblen Vierteln nicht Halt machen und oftmals die schöne Fassade im Inneren bröckelt. Dabei wird Kritik an der ökonomischen Situation geübt, die immer mehr Schulden verursacht. Schulden müssen aber nicht immer negativ behaftet sein, in manchen Kulturen sind sie eine soziale Methode, um in Kontakt zu bleiben.

Alles in allem ein sehr kurzweiliges Stück, das vor allem Ortsansässige Geidörfler*innen immer wieder zum Schmunzeln bringt. Allerdings lenkt das Tischtennismatch etwas vom eigentlichen Inhalt des Stücks ab, man würde sich ein bisschen mehr Handlung erhoffen, die Darstellerinnen könnten mehr von ihren Geschichten preisgeben.

Der Trailer auf Youtube:

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