In der schillernden Welt des Zirkus

Emmerich Kálmáns Operette „Die Zirkusprinzessin“ entführt auf eine farbenfrohe Zeitreise in die Zirkuswelt des frühen 20. Jahrhunderts voller Intrigen, Liebe und mitreißender Musik. An der Oper Graz ist sie noch bis 19. Mai zu sehen.

Guter, alter Wiener Schmäh zieht einfach immer. Das wissen auch die Macher der „Zirkusprinzessin“ und Regisseur Peter Lund: Der alteingesessene Ober Pelikan, gespielt von Christoph Wagner-Trenkwitz, „arbeitet“ mit Laissez-Fair-Kaffeehaus-Attitüde im Wiener Traditionshotel Erzherzog Karl. Von dort an begleitet er die Handlung zwischen Wien und St. Petersburg und die Reise in eine vergangene Welt beginnt:

Der russische Zirkus fängt jene auf, für die es keinen anderen Ausweg mehr gibt. Der mystische Künstler Mister X (Alexander Geller) verweilt dort mit Augenmaske und Lederumhang. Neben ihm ist auch die stimmgewaltige Baronstochter Miss Mabel Gibson (Sieglinde Feldhofer) an der dunklen Endstation angekommen, im Gegensatz zu Mister X jedoch in einem pastellfarbenen Käferkostüm. Der Wiener Hotelerbe Toni Schlumberger, gespielt von Alexander Kaimbacher, verliebt sich Hals über Kopf in sie – für die Artistin kommt eine Liebschaft jedoch erst in Frage, als sie um sein Vermögen Bescheid weiß. Nach der humoristischem Sexszene in Lederhosen-Unterhose mit Blümchen-Tänzerinnen wird prompt geheiratet.

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Blumig-bunte Kostüme verliehen dem Abend Glanz. (Foto: Werner Kmetitsch)

Etwas komplizierter läuft es zwischen Mister X und der reichen Fürstin Fedora Palinska. Regina Riel (Sopran) und Alexander Geller (Tenor) liefern gemeinsam mit dem Orchester eine einwandfreie musikalische Performance. Fedoras Verehrer Prinz Sergius Wladimir (Ivan Oreščanin) spinnt eine Intrige; sie heiratet Mister X im Glauben er sei ein reicher Prinz. Am Schluss siegt die Wahrheit – alles „nur pour l’amour“.

Ein ganz besonderes Lob gebührt den Kostümen von Daria Korysheva, der Choreographie von Andrea Heil und dem Ensemble des Opernballetts. Sie sind allesamt die Seele dieser Produktion und erstaunen bei jedem Auftritt aufs Neue. Egal ob als Pferdchen, Kellner, Freiheitsstatue oder Wiener Hotelgäste – hier wurde das Potential voll ausgenutzt und perfekt dosiert. Ein Augenschmaus!

„Die Zirkusprinzessin“ unterhält köstlich und auf künstlerisch hohem Niveau. Das Bild der ersten Hälfte wird nach der Pause nochmal übertroffen – vom bunten Grusel-Zirkus zum pompösen Saal des russischen Hochadels, ganz in Schwarz und Gold. Die Artisten umtanzen in schillernden Kostümen das nahende Ende des Adels und die damit verbundene Neuordnung der Welt und spielen dabei mit russischen wie wienerischen Klischees. Das Resultat ist eine Parallelwelt zwischen Fantasie und Realität, deren Zauber man sich kaum entziehen kann. Und wiedermal triumphiert die Liebe! Ein optisch und akustisch reizvoller Abend mit viel Liebe zum Detail.

Weitere Infos und Termine finden Sie hier, den offiziellen Trailer hier.

 

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