Blockbuster, die das Leben schreibt

In „Rette deine letzte Katze“ erzählen Johanna Hierzegger, Manfred Weissensteiner und Rupert Lehofer das Leben als Blockbuster und geben eine humoristische Liebeserklärung an die Stadt ab, die all das möglich machte – Graz.

Die Kooperation der Grazer Theater am Bahnhof (TiB) und am Ortweinplatz (TaO!) geht in die dritte Runde. Nach „Position“ und „Heb ab!“ werden nun mit der „letzten Katze“ Hollywood-Drehbücher seziert. Nach dem abenteuerlich-amüsanten Aufbau der Leinwand rezensieren sich Weissensteiner und Lehofer munter durch „Lethal Weapon“. Auf dem Weg zur Erkenntnis der perfekten Dramaturgie liegen kleinere und größere Konflikte, die sie in erfrischendem steirischen Dialekt darbieten. Zwischen ferngesteuerten Hubschraubern, Frankowitsch-Brötchen und einer mit dem Feuerzeug gegrillten Hand lacht das Publikum von Minute eins an mit. Vielleicht liegt das auch an der Dose Vanillekipferl, die mit der Begründung „Weihnachten ist, wenn es Vanillekipferl gibt“ durch die Reihen geht.

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Wie lang wird Rupert Lehofer durchhalten? (Foto: C. Nestroy)

Eine angeblich todsichere Dramaturgie-Formel für Filmerfolg in Millionenhöhe liefert Blake Snyders 15-Schritte-Konzept aus dem Bestseller „Save the cat!“. An einer sehr frei gehaltenen Skizze erläutern Weissensteiner und Lehofer, dass dieser Ablauf immer funktioniert – egal ob bei Jesus Christus, der EU (Höhepunkt, wohlgemerkt, ist der Beitritt Österreichs) oder einem ganz normalen Menschen, der sich an einem freien Tag dazu entschließt, den Plabutsch zu besteigen. Nach der eineinhalb Stunden langen Performance lautet also die Erkenntnis: Jedes Leben ist ein Blockbuster – eventuell mit weniger Krach-Bumm und Prostituierten-Mord, aber dennoch mit ganz eigenen Höhen und Tiefen. In Weissensteiners und Lehofers Fall haben diese Höhen und Tiefen die Kulturwelt der Murmetropole maßgeblich bereichert, denn ohne sie gäbe es das Theater im Bahnhof nicht.

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Manfred Weissensteiner kennt die Formel zum dramaturgischen Erfolg. (Foto: C. Nestroy)

Die am Boden gelandeten Frankowitsch-Brötchen mögen zwar so manchen GrazerInnen einen Stich im Herzen versetzen, trotzdem zeigen sich die ZuschauerInnen begeistert – vor allem von den ortsbezogenen Witzen. Zum Schluss wird ein Prostituierten-Suizid mit Sirtaki betanzt. Ein authentischer und kreativer Abend mit sehr persönlicher Note, an dem man sich einfach wohlfühlen kann.

„Rette deine letzte Katze“ ist ab sofort im TaO! zu sehen. Informationen gibt es hier.

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