Spontanes Reagieren und herzhaftes Lachen

Jeden Montag um 19:30 findet sich ein Grüppchen SchauspielerInnen aus dem Theater im Bahnhof im Orpheum ein, um das Publikum, im Rahmen von „Montag – Die improvisierte Show“, mit auf eine unbekannte Reise zu nehmen. Improvisation steht am Programm und wird auch vom Feinsten geboten.

Ein Musiker, Markus, und drei SchaupielerInnen, Jacob, Eva und Elisabeth, betreten die Bühne und erklären gleich zu Anfang, wie dieser Abend funktionieren wird: Dem Publikum werden einfache Fragen gestellt, die einfache Antworten brauchen und mit Hilfe dieser wird dann nach Herzenslust improvisiert.

Die Show startet mit einem kurzen Aufwärmspiel, bei dem gemeinsam geklatscht und reagiert werden muss, um sich die Konzentration des Publikums zu sichern. Dann geht’s auch schon los. Sofort wird klar, dass das Viererteam auf der Bühne perfekt aufeinander eingespielt ist. Stets gelingt es ihnen clever auf alles zu reagieren, was der andere spielt und sollte es dann doch einmal drohen, dass eine Szene sich etwas verläuft, greift der Musiker sofort ein, indem er durch verschiedene Melodien Spannung erzeugt oder eineN SchaupielerIn bittet, ein Lied zum Thema zu singen. So darf sich das Publikum beispielsweise über das spontan geträllerte „Lied der Veganer“ freuen, indem darüber geklagt wird, dass man als Parteimitglied der Grünen nur Salat essen sollte, „am besten an der auf dein eigenen Balkon gwachsen is“.

Auch ansonsten werden immer wieder geschickt tagespolitische und aktuelle gesellschaftliche Themen in die Improvisationen eingeflochten. So wird eine Strumpfhosenwerbung auf die Bühne gebracht, die wegen ihrer sexistischen Tendenzen in Verruf sein soll und spätestens als eine Schauspielerin anmerkt, dass „die ja eh an Tanga anhat“ ist der Seitenhieb in Richtung Palmers nicht mehr zu verkennen.

Montag – Die improvisierte Show bietet aber nicht nur Anregungen um über aktuelle Themen nachzudenken, sie ist vor allem auch herrlich unterhaltsam. So ist als absolutes Highlight definitiv eine improvisierte Szene hervorzuheben, bei der zwei der DarstellerInnen geschickt auf ein Zeichen hin immer wieder zwischen Deutsch und Japanisch als Bühnensprache hin und her switchen, ohne dabei auch nur einmal den Faden zu verlieren. Verdienter weiße regnet es massig Zwischenapplaus.

Einziges Manko an diesem Abend ist das Publikum selbst. Den anwesenden Schulklassen ist es vor der Pause unmöglich ruhig zu bleiben, was es als Zuseher sehr schwierig macht dem Stück zu folgen. Zum Glück aller Anwesenden kann das Bühnenquartett nicht nur on Stage perfekt improvisieren, sondern auch auf Situationen off Stage spontan reagieren. So werden die Themen nach der Pause geschickt an die Interessen der jungen Besucher angepasst, wodurch das gesamte Publikum viel ruhiger und aufmerksamer den Geschehnissen auf der Bühne folgt. Themen wie zu langes Fortgehen, strenge Eltern und furchtbare Lehrer können selbst dem letzten noch ein lautes Lachen entlocken.

Höhepunkt des Abends bildet die Improvisation dreier Geschichten, von denen nach jedem Durchgang eine abgewählt wird, um schließlich seine Siegesgeschichte in einem großen Finale zu sehen. Problem an diesem Abend: Das Publikum kann sich zwischen den letzten beiden Geschichten nicht entscheiden. Lösung: Die beiden Geschichten werden zu einer gemeinsamen verflochten und das Publikum kommt in den Genuss herauszufinden, wie eine romantische Horrorgeschichte mit Vampiren mit einem Musical über einen hellsehenden Arzt zusammenpasst – ein riesen Spaß.

Montag – Die improvisierte Show kann vermutlich nach der Sommerpause wieder wöchentlich im Orpheum besucht werden und ist jedem zu empfehlen, der einmal kurz für eineinhalb Stunden dem Alltag entfliehen und herzhaft lachen möchte.

Weitere Infos: http://www.theater-im-bahnhof.com/produktionen/produktion/details/168/b05fb18876.html 

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