Gesellschaft und Individuum im ewigen Spannungsfeld

Am 29. Juni 2018 eröffneten im Künstlerhaus, Halle für Kunst & Medien, zwei Ausstellungen: Rage Fluid trifft auf Studienraum, Hannah Perry auf Jörg Schlick.

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Hannah Perry, Liquid Language (Detail), 2018
Siebdruck, Digitaldruck, Autofolie, Autolack, courtesy die Künstlerin und Galerie Lisa Kandlhofer

Hannah Perry schmirgelt mit multimedialen Mitteln die gesellschaftlichen Vorstellungen von Geschlecht und Sexualität ab – um sie mit Autofolie, Lack und Tracy Chapman von neuem aufzupolieren. Besonders der „Shock Absorber“ füllt den ersten Raum mit glänzend roségoldenen, verzerrten Spiegelungen der Besucher, die von der Soundinstallation zusätzlich in Schwingung gebracht werden. Perrys erster 380°-Film lässt die Zuschauer eindringen in eine Welt tanzender Körper und Brüchen von Sätzen, die zum Teil in den Druckwerken im Raum 3 wiederzufinden sind. Das Eintauchen in die Hochglanzwelt der ersten institutionalisierten Ausstellung Hannah Perrys reinigt den Blick für vorhandene Geschlechternormen und die individuelle Verletzlichkeit, die aus der Anziehungskraft der Ekstase geboren wird.

Die Treppe in das Untergeschoss des Künstlerhauses ist sowohl Zeitreise als auch schrittweise Neufokussierung – weg von den kollektiven Vorstellungen, die die individuellen Empfindungen beeinflussen, und hin zu einem Individuum, das die kollektiven Vorstellungen nachhaltig herausforderte.

 

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Jörg Schlick courtesy Paul Zach

 

Ein Werkkatalog, elektronischer Lebenslauf, zahlreiche Briefe, Skizzen, Fotos, Filmausschnitte sollen das Gesamtwerk Jörg Schlicks sichtbar machen. Was beim Verlassen der Räumlichkeiten jedoch bleibt, ist der Mensch in seiner Eigenart, seinem Eigenwert und seiner für ihn ganz typischen, vorbildlosen Lebensart.
Reflektiert von seinem künstlerischen Werk wird Jörg Schlick als Persönlichkeit in dieser Ausstellung erlebbar: Nicht nur für alte Bekannte Schlicks eine Freude, besonders auch für jene jungen Menschen, die glauben, den Namen Jörg Schlick vielleicht irgendwann einmal am Rande gehört zu haben.

Weitere Informationen erhalten Sie hier.

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