Die Klein(en)verbrecher – Die Rote Zora

BILD: Die rote Zora: Amelie Bauer, Duro: Christoph Steiner, Pavle: David Valentek, Nicola: Thilo Langer, © Lupi Spuma

Die Rote Zora nimmt das Publikum des Next Liberty mit auf eine fesselnde Abenteuerreise, in der man gemeinsam mit ihrer Bande, den Uskoken, um eine bessere Zukunft kämpft. In der Inszenierung von Georg Schütky wird die Fantasie der ZuschauerInnen zur Hochleistung gepuscht und entfacht damit deren innere Uskoken. 

Kurt Kläber veröffentlichte seinen Roman „Die Rote Zora“ 1941 unter dem Synonym Kurt Held und feierte damit großen Erfolg. Die Geschichte des Mädchens mit den feuerroten Haaren ist nicht nur eine Abenteuergeschichte, sondern ein Plädoyer für Gerechtigkeit und Freundschaft.

Alles beginnt in der kleinen Hafenstadt Senj. Der zwölfjährige Branko (gespielt von Gregor Kohlhofer) steht nach dem Tod seiner Mutter alleine da, denn sein Vater (der beste Geiger Senjs) ist schon lange fortgezogen. Niemand will dem Jungen helfen und sein Hunger wächst und wächst. Nach einem Zwischenfall am Hafenmarkt wird er wegen Diebstahls ins Gefängnis gesteckt und seine Lage scheint hoffnungslos. Doch dann kommt Zora (Amelie Bauer)! Der Rotschopf befreit den armen Buben und nimmt ihn mit zu ihrer Bande auf die Uskokenburg. Die Kinder halten sich mit gestohlenen Essen über Wasser und geraten hin und wieder mit den Gymnasiasten in einen Streit. Deswegen sind sie den Leuten aus Senj ein Dorn im Auge und diese wollen die Truppe loswerden. Im Fischer Gorian finden sie einen Verbündeten, den sie im Kampf gegen die Fischereigesellschaft unterstützen. Zu Schluss hilft er auch seinen jungen Freunden und schafft es, den Leuten aus Senj klarzumachen, dass auch Uskoken eine Chance verdient haben.

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Branko Babitsch (Gregor Kohlhofer) und Der Musiker / Der Bürgermeister (Stefan Heckel) © Lupi Spuma

Das Bühnenbild (von Anja Lichtenegger) ist schlicht, jedoch sehr wandelfähig. Die Stapel aus weißen Holzkisten zeigen wenig, doch im Laufe des Stückes sind sie so viel mehr als nur das. Den Hafen, die Burg und auch das Schiff kann man sich sehr gut vorstellen und am liebsten will man selbst mit den Uskoken von Kiste zu Kiste – von Abenteuer zu Abenteuer springen! Die detailreichen Kostüme tragen mit ihrem Piratenstil fantastisch zum Hafenflair bei. Amelie Bauer beeindruckt während des Liedes der Zora mit ihrer phantastischen Stimme und versetzt dem Publikum gleichzeitig einen Ohrwurm. Besonders die Projektionen regen zusätzlich die Fantasie an, die auch bei den (hervorragend verschleierten) gewaltsamen Szenen die Leerstellen füllt. Die Erzählweise, die Brüche offen legt, ist dem täglichen Als-Ob-Spiel am Spielplatz so nah und ist hier so viel intensiver. Man wird von der Geschichte wie von einer Welle mitgerissen und ist nicht mehr im Theater, sondern bei der Roten Zora.

Da lässt sich nur sagen: Zu Schiff zu Schiff! Das Segel gehisst und zum Next Liberty!

Noch bis 13. Juni 2019 im Next Liberty zu sehen. Tickets: hier.

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