… wenn Spaniens Blüten blühen!

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My Fair Lady (Oper Graz) – (c) Werner Kmetitsch

Das Musical „My Fair Lady“ nach Bernhard Shaws „Pygmalion“ und dem Film von Gabriel Pascal zählt zu den wohl bekanntesten Musicals der Musikgeschichte. Es erzählt die Geschichte eines einfachen im Dialekt sprechenden Mädchens namens Eliza Doolittle. Der Phonetik- und Sprachforscher Dr. Henry Higgins möchte Eliza in die höhere Gesellschaft integrieren. Um dies zu vollbringen, muss er dem Mädchen den Umgang mit der Hochsprache nahebringen.

Der Dialekt und der Gebrauch von Sprache spielt dabei eine wesentliche Rolle und es wirft sich die Frage auf, wie wichtig Sprache in unserem Alltag ist.

An der Oper Graz spricht Eliza im steirischen Dialekt und überzeugt das Publikum während der gesamten Aufführung.

Sieglinde Feldhofer und Guido Weber lassen die drei – stündige Inszenierung mit ihrer Stimmgewalt sehr kurzweilig erscheinen und bringen das gefüllte Opernhaus immer wieder mit provinzialen Scherzen zum Schmunzeln.

Das Stück wurde am 15. März 1956 in New York uraufgeführt und hat bis heute nicht an Originalität und Gegenwartsbezug verloren. Im Gegenteil – die Wichtigkeit der Sprache steht heute mehr denn je im Fokus der Gesellschaft. My Fair Lady schafft es mit einem schönen Bühnenbild, tollen Stimmen und den Texten wie „Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen“ das Publikum für sich zu gewinnen.

Als kleinen Kritikpunkt am Rande: Als absolute „Happy – End“ Verfechterin hätte ich mir, gerade bei diesem Musical, eine berauschende und pompöse schnulzig- kitschige Schlussszene erhofft, zu der es leider nicht gekommen war. Nichts desto Trotz kommt jeder Musical Fan voll und ganz auf seine Kosten.

Nicht außer Acht zu lassen ist jedoch die Musical Verfilmung aus dem Jahre 1964. Audrey Hepburn und Rex Harrison in den Hauptrollen lieferten bereits damals eine geniale Vorlage für zahlreiche Inszenierungen auf der ganzen Welt.

Wer die Geschichte von Eliza und Dr. Higgins sehen möchte, der hat dazu noch am 23. Juni, 25. September, 07. Oktober und 16. Dezember. die Gelegenheit dazu.

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Gelobet sei …

Ein kleines griechisches Dorf wählt, wie in jedem Jahr, aus ihren Reihen die Hauptdarsteller für die Passion Christi aus. Jeder Darsteller soll seiner Rolle würdig sein und ein ehrenvoller Vertreter bei den Dorfeigenen Passionsspielen sein. Die Rolle des Jesus Christus bekommt der junge Hirte Manolios. Zu Anfang ist er mit seiner Aufgabe überfordert und fühlt sich dadurch stark belastet. Je weiter das Stück fortschreitet, desto eher kann er sich mit Christus identifizieren und beginnt sich immer mehr in die Rolle hineinzuversetzen. Manolios fängt an öffentlich zu predigen und und steigert sich von Tag zu Tag mehr und mehr in die Christusgestalt hinein. Parallel zu den stattfindenden Proben für die Passionsspiele trifft ein Zug Fremder im Dorf ein. Diese benötigen die Hilfe der Dorfbewohner, um ihre Existenz zu sichern…

Die Griechische Passion ist eine Oper in vier Akten von Bohuslav Martinu. Er bringt verschiedenste Elemente mit in dieses packende Musiktheater. Verschiedenste Formen der Liturgie, anregende Tanzmusik und griechischen Folklore Stil. Der Text des Komponisten stammt aus dem Roman „Der wieder gekreuzigte Christus“. Das Stück wird in englischer Sprache mit deutschem Untertitel aufgeführt. Regisseur Lorenzo Fioroni bringt durch die gewagten, auffallenden bunten Kleider der Flüchtenden den Anschein eines historischen Bibelfilms mit in das Stück. Eine Thematik, aktueller denn je. Ein Stück über religiösen Wahn, Hoffnungslosigkeit, Liebe, Verführung und Hass. Ein Stück, welches jeden von uns berührt und zum Nachdenken bringt.

Die Griechische Passion schafft immer wieder während des gesamten Stücks den Übergang zwischen dem Stoff der Passion Christi und der Ratlosigkeit und der Angst vor den Fremden im Dorf. Der Bezug zur Realität von heute ist überwältigend und teilweise auch beängstigend.

Mein Fazit: Absolut sehenswert. Traumhafte Musik, tolle Stimmen, beeindruckende Kulissen und Kostüme und eine brandaktuelle Thematik.

Weite Informationen und Spieltermine finden sie unter: http://www.oper-graz.com/production-details/die-griechische-passion

 

Tell Me on a Sunday

Ein musikalischer Abend auf der Studiobühne der Grazer Oper. Eine Frau im Mittelpunkt des Geschehens. Untermalt von einem kleinen musikalischen Ensemble. Die Musik von Andrew Lloyd Webber, mit den Texten von Don Black und Michael Kunze wurden von der Grazer Sopranistin Sieglinde Feldhofer perfekt in Szene gesetzt. Seit 2008 ist Feldhofer Ensemblemitglied der Oper Graz und ist somit keine Unbekannte auf den steirischen Bühnen.

(c) Werner Kmetitsch

(c) Werner Kmetitsch

Eine junge, attraktive Frau auf der Suche nach ihrem wahren Ich und ihren Wünschen. Sie verließ ihre Heimat Europa um in Amerika das große Liebesglück zu finden. Nachdem die Liebe in New York schnell vorbei war, verliebte sie sich in einen smarten Filmproduzenten. Doch schon bald hat sie genug von der oberflächlichen Glitzerwelt in Hollywood. Sie erkennt, dass Besitz nicht alles ist und wird immer unglücklicher. Als die Protagonistin erfährt, dass sie nur eine Affäre für ihren Geliebten ist, zieht sie zurück nach New York.

Zurück im Big Apple geht sie erneut eine Beziehung mit einem Mann ein. In ihm findet sie Anfangs die Liebe und Geborgenheit, welche sie sich immer gewünscht hatte. Doch sie trennt sich nach kurzer Zeit und wie aus dem nichts verliebt sich die gefühlkranke Protagonistin in einen verheirateten Ehemann. In ständiger Angst von dessen Ehefrau nicht entdeckt zu werden lebt sie vor sich hin und vergisst ihre Wünsche und Träume. Doch plötzlich erkennt sie, dass sie sich selbst nicht mehr treu ist und trifft eine Entscheidung:

Von nun an will sie ihr Leben anders gestalten! Nach ihren Regeln, Wünschen und vor allem so wie in ihren Träumen.

Eine berührende und sehr dynamische Geschichte einer jungen Frau, die ihren Weg gehen will und ihn am Ende auch findet. Die Erkenntnis, selbst an erster Stelle zu kommen, sich selbst nicht zu verlieren und immer an sich und seine Träume zu glauben, ist eine schöne und wichtige Eingebung am Schluss.

Einzigartig gespielt von Sieglinde Feldhofer, mit einer gewaltigen Stimme und viel Humor und Dynamik.

Absolut sehenswert – besonders, weil die kleine Studiobühne extra Charme verleiht.

Weitere Informationen und Spieltermine unter http://www.oper-graz.com